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Politische Dauerkrise gefährdet kleine Fortschritte in Haiti

nph haiti und die Partnerorganisation St. Luc Stiftung bauen in Cité Soleil Häuser für menschenwürdiges Wohnen und Leben. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/104443 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/nph deutschland e.V."

Karlsruhe (ots) - Seit dem verheerenden Erbeben vom 12. Januar 2010 ist es der haitianischen Regierung unter Präsident Michel Martelly gelungen, kleine Fortschritte zu erzielen: Die extreme Armut wurde gemindert, der Straßen- und Wiederaufbau sind vorangekommen und es wurden Fortschritte im Bildungssystem erzielt. Doch diese kleinen Erfolge sind durch die politische Dauerkrise gefährdet. Im letzten Oktober verschob Präsident Martelly die seit drei Jahren fälligen Parlaments- und Regionalwahlen auf unbestimmte Zeit. Der Grund ist, dass sich Regierung und Opposition weder auf den Wahltermin noch auf die Zusammensetzung des Wahlrates einigen können. Inzwischen wurde eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge erarbeitet hat. Demnach sollen die derzeitige Regierung, die aktuelle Wahlkommission und der wichtigste Justizvertreter entlassen werden. Darüber hinaus sollen die Parlamentsmitglieder, deren Mandat am 12. Januar ausläuft, weiterhin im Amt bleiben damit kein Machtvakuum entsteht. Nun muss das Parlament diese Vorschläge ratifizieren. Falls dies nicht geschieht, wird Präsident Martelly ab Mitte Januar auf unbestimmte Zeit per Dekret weiterregieren.

Durch die politische Lähmung kam es in den letzten Monaten vielerorts zu teils gewalttätigen Protesten der Bevölkerung, die Regierung und Opposition vorwerfen, sich nicht um die drängenden sozialen Probleme zu kümmern. Diese Probleme prägen das Bild von Haiti bis heute. Auch heute, fünf Jahre nach dem Erdbeben, leben rund 80 Prozent der Bevölkerung in Armut. Die Hälfte der Haitianer geht abends hungrig ins Bett und mehr als 40 Prozent der Menschen sind arbeitslos.

Die weiterhin dramatische Lage macht die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen wie nuestros pequeños hermanos (nph) so wichtig. nph haiti engagiert sich bereits seit 1987 in dem Karibikstaat und hatte schon vor dem Erdbeben zahlreiche Projekte und Programme aufgebaut. Nach dem Erdbeben reagierte nph haiti - zusammen mit der Partnerorganisation St. Luc Stiftung - auf den Bedarf der Menschen. Die medizinischen und therapeutischen Einrichtungen wurden ausgebaut und die Angebote erweitert. Zusammen mit den Menschen in Cité Soleil, einem der größten Slums in Haiti, haben nph haiti und die St. Luc Stiftung ein Krankenhaus und Häuser für menschenwürdiges Leben gebaut. 256 Familien konnten ihr neues Zuhause bereits beziehen.

Als eine der größten Herausforderungen für die Zukunft beschreibt der Priester und Arzt Richard Frechette, Leiter der nph-Einrichtungen und der St. Luc Stiftung, die Schaffung von Arbeitsplätzen: "Die Menschen hier haben keine Angst vor Arbeit, im Gegenteil, sie suchen verzweifelt danach. Und das ist wahrscheinlich die wichtigste Ressource des Landes und auch für uns." nph haiti und die St. Luc Stiftung beschäftigen mehr als 1.600 haitianische Mitarbeiter, die sich um Weiterentwicklung der Projekte und Programme kümmern.

Doch so lange die politischen Verhältnisse instabil sind, werden sich kaum Investoren finden, die Geld in den Aufbau von Fabriken oder Hotels investieren. Und ohne eine funktionierende Wirtschaft wird es jeder künftigen Regierung schwer fallen Arbeitsplätze zu schaffen und Armut und Hunger nachhaltig zu bekämpfen. Deshalb wird Haiti weder im Jahr 2015, noch in den darauf folgenden Jahren, das erste Millenniumsziel (Bekämpfung von Armut und Hunger) erreichen. Bleibt zu wünschen, dass das Land schnell aus der politischen Dauerkrise herauskommt, um, wie im Jahresbericht "Haiti 2030 am Horizont" beschrieben, in den nächsten 15 Jahren zum Schwellenland aufzusteigen.

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