Köln (ots) - Im Monat September waren die Proteste gegen ein Anti-Islam-Video das Nachrichtenthema Nr. 1 im deutschen Fernsehen. Wie das Institut IFEM, Köln, in seinem monatlichen InfoMonitor ermittelte, berichteten "Tagesschau", "heute", "RTL aktuell" und "Sat.1 Nachrichten" zusammen 98 Minuten über dieses Thema. Mit jeweils 71 Minuten nehmen die Diskussion um Renten/Altersarmut und die Euro-Schuldenkrise die Plätze 2 und 3 ein.
Mehrere innenpolitische Topthemen waren mitverantwortlich für eine deutlich stärkere Präsenz der Parteien in den Nachrichten. Dies trifft vor allem auf die CDU zu (426 Auftritte) sowie auf die SPD, die mit 346 Auftritten beinahe doppelt so häufig wie im Vormonat vertreten war. Die FDP lag dafür mit 150 Auftritten etwas niedriger, die CSU kam auf 113 Auftritte, die Grünen auf 101, die Linke auf 44, Gauck und Sonstige auf 27 und schließlich die Piraten auf 4 Auftritte.
Bei der Rangfolge der am häufigsten in den Nachrichten aufgetretenen deutschen Politiker fällt vor allem Peer Steinbrück auf, der mit 61 Auftritten Platz 2 einnimmt. Im Vormonat war er nicht unter den Top-20 zu finden. Die Liste wird weiterhin angeführt von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit 146 Auftritten.
Die politischen Topthemen im September sorgten auch für höhere Politikanteile bei allen sechs untersuchten Sendungen. Am stärksten war der Anstieg bei "heute" (plus 7 %-Punkte) und den "Sat.1 Nachrichten" (plus 7 %-Punkte). Im Einzelnen betrug der Anteil politischer Themen bei der "Tagesschau" 50 Prozent (entspricht 8 Minuten pro Sendung), bei "heute" 37 Prozent (7 Minuten), bei "RTL aktuell" 21 Prozent (4 Minuten) und bei den "Sat.1 Nachrichten" 30 Prozent (4 Minuten). Die "Tagesthemen" kamen auf 45 Prozent (11 Minuten) und das "heute-journal" auf 43 Prozent (10 Minuten).
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