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Badische Neueste Nachrichten: Konfliktzone Krim - Kommentar von Doris Heimann

Karlsruhe (ots) - Die Krim hat sich für den Anschluss an Russland entschieden. Das Ergebnis des Referendums mag vielleicht die Stimmung unter der überwiegend russischsprachigen Bevölkerung der Halbinsel wiedergeben. Aber es kam unter Waffengewalt und dem Trommelfeuer der Kreml-Propaganda zustande. Die Volksabstimmung wird schwerwiegende Folgen haben. Für die Krim, für die Ukraine, für Russland - und für die Welt. Die Schwarzmeerhalbinsel zählt zu den ärmsten Regionen der Ukraine. Eine Haupteinnahmequelle war bislang der Tourismus. Aber Touristen fahren nicht in Konfliktzonen. Und eine Konfliktzone wird die Krim vorerst bleiben. Da reicht der Blick nach Abchasien. Die abtrünnige georgische Region mit den schönsten Sandstränden am östlichen Schwarzen Meer ist seit dem Krieg 2008 von Russland besetzt. Doch der Kreml hat keine Strategie für die von ihm besetzten Gebiete. Und ein ungeklärter Status hemmt die Entwicklung. So dümpelt Abchasien seit Jahren vor sich hin. Die Ukraine muss nach dem Referendum auf der Krim eine neue Welle von Aggressionen fürchten. Es ist nicht auszuschließen, dass nun auch in den östlichen, russischsprachigen Regionen um Charkow und Donezk Separationsbewegungen einsetzen. Und dass der Kreml den Separatisten mit Militär zu Hilfe eilt. Die schwache Interimsregierung in Kiew wird dem üblen Treiben nichts entgegensetzen können. Russland erwarten harte Sanktionen des Westens. Das wird die russische Wirtschaft, die ohnehin auf dem absteigenden Ast ist, schwer treffen. Bereits jetzt haben Experten die Wachstumsprognose für das laufende Jahre drastisch abgesenkt. Europa muss sich auf eine neue Teilung gefasst machen. Die Kremlführung hat mit ihrer Annektierung der Krim gezeigt, dass sie vor nichts Halt macht. Der westliche Wertekanon ist Wladimir Putin egal. Ihm geht es nur noch darum, mit Gewalt den Einflussbereich seines Landes abzustecken. Doch könnte dieser Schuss nach hinten losgehen. Denn Sanktionen und ein damit verbundener wirtschaftlicher Abstieg in Russland könnten die Eliten des Landes spalten. Und das wäre der Anfang vom Ende des Systems Putin.

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