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Badische Neueste Nachrichten: Die Rüstungsschraube Kommentar Von Gerhard Windscheid

Karlsruhe (ots) - Die chinesische Regierung greift tief in die Tasche, um das Militär auf Vordermann zu bringen. Um mehr als zwölf Prozent steigt in diesem Jahr das Verteidigungsbudget des Landes. Schon in den vergangenen Jahren gab es für die Volksbefreiungsarmee zweistellige Zuwachsraten. Zwar geben die Chinesen bei weitem noch nicht so viel Geld für die Rüstung aus wie die US-Amerikaner, aber sie sind auf gutem Weg, den Amerikanern Konkurrenz zu machen. Peking will den Nachbarn zeigen, wer in der Region das Sagen hat. Vor der chinesischen Küste patrouillieren Flugzeugträger und andere Kriegsschiffe, um die von Peking erhobenen territorialen Ansprüche eindrucksvoll zu unterstreichen. Der Streit mit Japan um Inseln in der südchinesischen See hätte in der Vergangenheit schon fast zur militärischen Konfrontation geführt. Dabei geht es weniger um die Eilande als um die Sicherung der von Rohstoffvorräten, die vor der Küste der jeweiligen Insel vermutet werden. Öl in der Tiefe lockt. Die Führung in Peking will "Chinas Souveränität, Sicherheit und Entwicklungsinteressen" schützen, hieß es gestern in der Großen Halle des Volkes. Der Rohstoffhunger Chinas ist gigantisch - da kämen neue Ölquellen vor der eigenen Haustür gerade recht. Je mehr China allerdings aufrüstet, desto mehr steigt die Gefahr, dass es eines Tages nicht bei Machtdemonstrationen bleibt. Rasch kann es ein neues "heißes" Krisengebiet auf der Weltkarte geben.

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