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Badische Neueste Nachrichten: Graben des Misstrauens Kommentar Von Frank Herrmann

Karlsruhe (ots) - Hinter den Kulissen dürften deutliche Worte gefallen sein. Wenn das "American Israel Public Affairs Committee" tagt, die wichtigste pro-israelische Lobbygruppe der Vereinigten Staaten, reist traditionell der israelische Ministerpräsident an. Doch diesmal ist es ein Benjamin Netanjahu, der unter immensem Druck seines wichtigsten Verbündeten steht. Barack Obama, dessen Außenpolitik bislang eher von großen Reden und mageren Ergebnissen geprägt ist, sehnt sich nach einem Erfolg. Dass er ihn ausgerechnet im Nahen Osten sucht, rief die Skeptiker schon auf den Plan, da hatte sein Außenminister Kerry gerade mit dem Vermitteln begonnen. Mit den Namen gescheiterter Unterhändler könnte man lange Listen füllen. Mit Ägypten, seit dem Sturz des Autokraten Mubarak eher mit sich selbst beschäftigt, scheidet ein großes arabisches Land aus, das kompromissbereiten Palästinensern Rückendeckung geben könnte. Vor allem aber: Wenn die Konfliktparteien selber den Graben des Misstrauens nicht überspringen, sind auch die amerikanischen Brückenbauer irgendwann am Ende ihres Lateins. Erzwingen lässt er sich nun mal nicht, der Ausgleich im Heiligen Land. Friedensvisionäre haben es schwer, wenn die Region im Zeichen des blutigen syrischen Bürgerkriegs steht. Dem Palästinenser Abbas fehlt die Hausmacht, der Israeli Netanjahu steht eher für eine Fraktion, die angesichts der Turbulenzen in ihrer Nachbarschaft nach der Devise handelt, keine Experimente zu wagen, zumindest nicht jetzt. Es muss schon ein kleines Wunder geschehen, damit Obama und Kerry am Ende in Nahost nicht mit leeren Händen dastehen.

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