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Badische Neueste Nachrichten: Neuer Realismus

Karlsruhe (ots) - Die Klimaziele der EU-Kommission zeugen in Zeiten der Krise von gesundem Realismus. Brüssel kann nicht eine Re-Industrialisierung anmahnen und gleichzeitig weiter eine Politik betreiben, die zur De-Industrialisierung führt. Seit 2007 sind 3,8 Millionen Industrie-Arbeitsplätze in Europa verloren gegangen. Die bisherigen Klimaziele - 20 Prozent Treibhausgas-Reduktion, ein Fünftel weniger Verbrauch und 20 Prozent Marktanteil für Strom aus Sonne, Wind und Co bis 2020 - kosten Studien zufolge im Schnitt EU-weit pro Jahr rund 185 Milliarden Euro. Die Erderwärmung können sie aber laut Experten nur um magere 0,05 Grad senken. Effektiv kann man das wohl nicht nennen. Deshalb wäre es wichtig, dass Europa die Potenziale der kostengünstigen Klimaschutz-Varianten - wie Energieeffizienz und ein funktionierender Emissionshandel - besser nutzt. Die Strompreise in der EU sind zwischen 2005 und 2012 um 38 Prozent gestiegen, während sie in den USA um vier Prozent sanken. Sie werden zur Gefahr für Europas Wettbewerbsfähigkeit. Wenn Konzerne und Jobs aber in Länder mit deutlich niedrigeren CO2-Vorgaben als die in der EU geltenden abwandern, wäre das ein Bärendienst fürs Klima und Europas Ringen um den Weg zurück zu Wachstum. Wenn irgendwo mehr Europa nötig ist, dann in der Energiepolitik - der Versorgungssicherheit und den Verbrauchern zuliebe.

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