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Badische Neueste Nachrichten: Sammelwut

Karlsruhe (ots) - Peter Wittig, der neue deutsche Botschafter in Washington, wird einiges zu tun haben, um das durch die NSA-Affäre belastete Verhältnis zu den USA wieder ins rechte Lot zu bringen. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird das angestrebte Anti-Spionage-Abkommen, wenn es denn überhaupt kommt, kaum die Tinte wert sein, mit dem es unterzeichnet wird. Washington versteht es immer wieder, seine Freunde zu brüskieren. Die Regierung in Washington rechtfertigt die Daten-Sammelwut seiner Geheimdienste mit den Terrorgefahren in aller Welt. Dass die NSA dabei offenkundig über das Ziel weit hinausschießt, wird zwar erkannt, doch ernsthafte Konsequenzen bleiben aus. Präsident Obama will heute zum Expertenbericht Stellung beziehen, der die Arbeit der NSA unter die Lupe genommen hat. Glaubt man amerikanischen Medien, wird der Präsident davor zurückschrecken, den Internet-Fahndern enge Grenzen zu ziehen. Die NSA hat längst ein Eigenleben entwickelt, dass sie zum Staat im Staate macht. Die Terroranschläge vom 11. September haben sich tief in das nationale Gedächtnis der US-Amerikaner eingegraben. Damals hatten die Geheimdienste die Gefahr nicht erkannt. Kein US-Präsident will sich nachsagen lassen, er tue zu wenig, um die eigenen Bürger zu schützen - auch wenn die Freiheit dabei auf der Strecke bleibt.

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