Badische Neueste Nachrichten: Knirschen im Gebälk

Karlsruhe (ots) - Zwischen der Türkei und Deutschland knirscht's mal wieder vernehmlich im Gebälk. Aktuell geht es um den Vorwurf aus Ankara, Deutschland lasse türkische Extremisten unbehelligt auf bundesdeutschem Boden herumlaufen sowie um die deutsche Sorge, die Türkei sei möglicherweise drauf und dran, den mutmaßlichen Totschläger vom Alexanderplatz durch eine Blitz-Einbürgerung der Berliner Justiz zu entziehen. Innenminister Friedrich wird deshalb bei seinem Besuch in der Türkei in diesen Tagen allerhand Kritik zu hören bekommen. Die in der Türkei bis in höchste Regierungskreise verbreitete Ansicht, dass kurdische und linke Extremisten in der Bundesrepublik in aller Ruhe ihre Pläne gegen den türkischen Staat schmieden dürfen, ist zwar absurd. Doch es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich die deutschen Behörden mit der Strafverfolgung dieser Gruppen schwertun. Umgekehrt haben die Deutschen kein besonders großes Vertrauen in die türkische Justiz, wenn es um den Umgang mit mutmaßlichen Straftätern aus der Bundesrepublik geht. Ein etwas sachlicherer Ton in der Debatte würde helfen. Ein nützliches Mittel gegen wüste Verschwörungstheorien wäre es auch, wenn zumindest die beteiligten Spitzenpolitiker klarstellen würden: Fehler können vorkommen, aber die deutsche Regierung will die Türkei nicht destabilisieren - und die türkische Regierung trachtet nicht danach, Straftäter vor der deutschen Justiz zu schützen.

Pressekontakt:

Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de

Das könnte Sie auch interessieren: