Badische Neueste Nachrichten: BNN Kommentar zu Regionalzeitungen Klaus Michael Baur

Karlsruhe (ots) - Zeitung: Das alltägliche kleine Wunder. Fabriziert aus Hunderten von Ideen engagierter Redakteure, aus informativen Anzeigen, aus dem Know-how kaufmännischer und technischer Fachleute, aus dem Elan fleißiger Zeitungsträger. Ein Wunder, das aus hochmodernen Rotations- und Versandanlagen kommt. Und einen Mythos in die Welt schickt: Ein ewig junges Informationsprodukt von Kult- und Kulturstatus. Auch oder gerade in Krisenphasen ist die Zeitung ein Basismedium für eine Wissens-Gesellschaft geblieben. Die Badischen Neuesten Nachrichten haben sich in einer Zeit neu aufgestellt, die für die Branche mit einer großen Prüfung einher geht: Weltweite Print-Auflagenverluste, Wolken über dem deutschen Zeitungsmarkt, Wettbewerb durchs Internet und aufstrebende digitale Netzwerke - all das bestimmt die Lage. Die BNN glauben an die Zukunft der seriösen Tageszeitung, speziell der Regionalzeitung. Weil schwarz auf weiß vermittelte Informationen in ihrer nachhaltigen, nachles- und nachprüfbaren Botschaft alternativlos sind. Weil Tageszeitungen mit dem eigenen Weg, der gut recherchierten Besonderheit, etwas offerieren, was die schnelle elektronische Vermittlung nicht bietet. Internet, Funk, Fernsehen sind wichtig. Sie befinden sich - mit ihren Vorteilen, schneller, globaler und aktueller zu sein - aber eher in einer Parallelität zur Zeitung. Fundierter Print-Journalismus wird als Evergreen im Mediengeschäft nie ersetzbar sein. Dazu hat das geschriebene und gedruckte Wort ein viel zu hohes Gewicht. Über 48 Millionen Menschen greifen in Deutschland täglich zur Zeitung. Allein die Regionalzeitungen finden bei 39 Millionen Beachtung. Das sind Zahlen eines Erfolgsproduktes. Die Glaubwürdigkeit der Tageszeitung schält sich in allen Studien als hohes Gütesiegel heraus - gerade unter jungen Lesern. Was das eigene Blatt, die Hauszeitung, berichtet, gilt als unverfälscht. Von diesem Ruf profitieren die Redaktionen der rund 350 Tageszeitungen in Deutschland. Gleichermaßen hält sie dieses Prädikat in der Verantwortung, unvoreingenommene Wächter zu bleiben. Die Gewinn-Situation stellt sich für Verlage doppelt dar. Auch Anzeigenkunden schätzen ein solides, redaktionell-anspruchsvolles Umfeld. Bei den Netto-Werbeeinnahmen liegen Printprodukte in der Spitzengruppe der Medien. Was nur die alte Wahrheit bekräftigt: Guter Journalismus ist auch gut für die wirtschaftliche Situation. Zeitung bedeutet Zukunft, Zeitung hat Zukunft. Sie ist - in ihrer kritischen Attitüde - immer auch eine Stütze der Demokratie. Um Leser zu fesseln, muss sie tagtäglich aufs Neue mit Fantasie und Leidenschaft produziert werden. Krisen machen hierbei nur erfinderisch. Regionalzeitungen haben ein neues Selbstbewusstsein entwickelt. Sie verstehen sich längst nicht mehr als kleine überregionale Produkte mit begrenztem Verbreitungsgebiet. Ihr heutiges Erzeugnis folgt neu entdeckter Regionalität. Dem Spürsinn in den eigenen Kosmos. Denn mit ihren direkten Recherchewegen besitzen Regionalzeitungen inhaltliche Hoheiten, die themenführende Impulse setzen. Regionale Exklusivität wird auf den Titelseiten immer wichtiger. Und bedrucktes Papier hat nichts von seinem medialen Zauber verloren. Mit einer Typografie, die wie ein Kompass durch das komplexe Zeitgeschehen führt und ständig neu zu überraschen weiß, behält das Papier auch in der Ära faszinierender Smartphones und Tablet-Computer hohen Reiz. Die Zeitung ist das Medium, das kein Display braucht. Sie ist allein mit Herz und Hand, mit Auge und Verstand zu erfassen.

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