Interessengemeinschaft E-Dampfen

Streit um E-Zigarette
Handel und Tabakkontrolleure verärgern Verbraucher

München (ots) - Im Februar diesen Jahres wurden in der neuen Tabakprodukterichtlinie auch die tabaklosen E-Zigaretten EU-weit reguliert. Viele Verbraucher sind mit den einzelnen Bestimmungen in der Regulierung nicht einverstanden, bedeutet sie doch, daß ein bereits bestehender Markt ohne erkennbare Erfordernis stark beschnitten wird. Besonders ärgerlich ist der Umstand, dass offensichtlich ein Händlerverband jetzt den Schulterschluss mit der Tabakkontrolle sucht. Volkmar Stendel, Pressesprecher der Interessengemeinschaft E-Dampfen (IG-ED), erläutert die Situation: "Der VdeH (Verband des eZigarettenhandels) hat im Verlauf der Entscheidungen den unbefriedigenden Kompromiss der Kommission ausdrücklich mitgetragen. Damit ist der VdeH als Lobbyverband den Verbrauchern klar in den Rücken gefallen. In der jüngsten Pressemitteilung des Verbandes heißt es nun, dass man die EU-Tabakproduktrichtlinie zusammen mit dem Deutschen Krebsforschungsinstitut und dem Bundesamt für Risikobewertung in Deutschland schnellstmöglich umsetzen wolle, besonders im Hinblick auf Produktsicherheit für die Verbraucher".

Stendel weiter: "Die Vorgaben des Jugendschutzes tragen wir als Verbraucherverein selbstverständlich mit. Dass sich allerdings der VdeH als Splittergruppe unter den Händlern zum Verbraucherschützer hochzuloben versucht, ist reine Heuchlerei, zumal er nie von den Verbrauchern in dieser Rolle legitimiert wurde. Die Verantwortlichen dort scheinen zu vergessen, dass, dem Rahmenabkommen zur Tabakkontrolle folgend, der Tabakkonsum weltweit in 20 Jahren ausgerottet sein soll. Da die tabaklose E-Zigarette jetzt groteskerweise als Tabakprodukt eingestuft ist, wird sie voraussichtlich demnächst gleich mit ausgerottet. Das kann für die kurzfristige Gewinnorientierung der Industrie und des Handels zwar egal sein, aber es wird mittelfristig Millionen von Rauchern den Umstieg auf die deutlich weniger schädliche Möglichkeit des Nikotingenusses verwehren."

Die Interessengemeinschaft E-Dampfen ist selbst im Dialog mit dem Krebsforschungszentrum und dem Bundesamt für Risikobewertung. Allerdings gestaltet sich der Umgang miteinander schwierig, da die Einrichtungen der Tabakkontrolle hartnäckig neuere wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren, die der tabaklosen E-Zigarette bescheinigen, deutlich harmloser zu sein als das Tabakrauchen.

Zwischenzeitlich formiert sich der Widerstand gegen die EU-Regulierung europaweit. Eine europäische Bürgerinitiative für freies Dampfen (EFVI) wurde bereits im November letzten Jahres angestoßen. Dort soll nun innerhalb eines Jahres eine Million Stimmen zusammenkommen, um das Ziel der Bürgerintitiative - Dampfen als Genussmittel - bei der zuständigen Kommission vorstellig zu machen. Monika Calvetti, Mitinitiatorin der Bürgerinitiative aus Österreich und IG-ED-Mitglied, hofft auf ein Einsehen in Brüssel. "Zwar mag es in der EU dieses demokratische Instrument der Bürgerbeteiligung geben, allerdings ist die Kommission nicht dazu verpflichtet, bei Erfolg das Ansinnen der E-Dampfer erneut ins Parlament einzubringen."

So bleibt die Zukunft der tabaklosen E-Zigarette ungewiß. Die Umsetzung der Richtlinie in Mitgliedsstaaten wird von europäischen Verbraucherverbänden misstrauisch verfolgt; zumindest in Deutschland neigt der Gesetzgeber erfahrungsgemäß zu Überinterpretationen der Vorgaben aus Brüssel. Es erscheint fragwürdig, erwachsenen Menschen die Art und Weise ihres Genussmittelkonsums unter dem Deckmantel der Produktsicherheit vorschreiben zu wollen. Jeder normale Mensch würde sich wundern, wenn er beispielsweise seinen in Eichenfässern gereiften Cognac plötzlich nur noch in 10 ml-Flaschen kaufen dürfte und den Erhalt per Unterschrift quittieren müsste - allerdings scheint es bald soweit zu kommen, wenn Brüssel und die WHO die Welt weiterhin "zwangsgesunden lassen" wollen.

Pressekontakt:

Volkmar Stendel, Pressesprecher www.ig-ed.org
presse@ig-ed.org

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