Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Vernetzter Einsatz für gesunde Arbeitsplätze
Direktorin der Europäischen Arbeitsschutzagentur besuchte deutsches Netzwerk

Berlin (ots) - Die Direktorin der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA), Dr. Christa Sedlatschek, besuchte am Mittwoch, 6. Mai, den deutschen Focal Point der Agentur in Berlin. Seit Anfang des Jahres befindet sich die Geschäftsführung dieses nationalen Netzwerks der EU-OSHA bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Dabei bedankte sich die Direktorin für die Unterstützung in Deutschland. So wurden beispielsweise Ende April mit der Deutsche Post DHL Group und der Daimler AG gleich zwei deutsche Unternehmen als Beispiele guter Praxis im europäischen Wettbewerb der Agentur ausgezeichnet. Die Verleihung des "Healthy Workplaces Good Practice Awards" fand im Rahmen der europäischen Kampagne "Gesunde Arbeitsplätze - den Stress managen" am 27. April in Riga statt.

Im Rahmen ihres Besuchs präsentierte die Arbeitsmedizinerin unter anderem erste Ergebnisse der aktuellen Unternehmensbefragung ESENER-2 (European Survey of Enterprises on New and Emerging Risks). Dabei befragte die EU-OSHA europaweit etwa 50.000 Unternehmen zu neuen und aufkommenden Gefährdungen bei der Arbeit. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt geben deutsche Unternehmen Zeitdruck, den Umgang mit schwierigen Kunden und Lärm häufiger als Gefährdungsfaktoren an. Obwohl Deutschland im europäischen Vergleich insgesamt gut abschneidet, könnte die oberste Unternehmensführung besser in den Arbeitsschutz eingebunden sein. Auch bei der regelmäßigen Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen könnte Deutschland im europäischen Vergleich besser abschneiden.

Mit dem frühzeitigen Erkennen von Gefährdungen und dem Erfahrungsaustausch über mögliche Bewältigungsstrategien leistet die Arbeitsschutzagentur wichtige Beiträge für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten in Europa. Zudem führt sie Kampagnen durch, entwickelt und produziert Informationsmaterial und unterstützt Forschungsprojekte. Nationale Anlaufstellen in den europäischen Staaten, die sogenannten Focal Points, sichern den Informationsaustausch von und zur Agentur und bilden ein internationales Netzwerk. In Deutschland gehören neben Bund und Ländern die Unfallversicherungsträger und die Sozialpartner zum nationalen Netzwerk, das die Arbeit des deutschen Focal Points unterstützt. Auch deshalb war die Netzwerkarbeit ein wichtiges Thema beim Treffen des Focal Points und der Direktorin. "Beteiligung und Engagement aller Akteure sind wichtige Faktoren, um Maßnahmen für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten wirksam umzusetzen", sagte Dr. Sedlatschek. "Die Arbeit des deutschen Focal Points leistet dazu einen wichtigen Beitrag."

Abgestimmtes, gemeinsames Handeln ist auch ein Erfolgsfaktor für die europaweiten Kampagnen der EU-OSHA. Die aktuelle Kampagne "Gesunde Arbeitsplätze - den Stress managen" läuft noch bis Ende 2015. Deutschland hat sich nicht nur mit Veranstaltungen beteiligt, sondern kann auch von den Beispielen guter Praxis aus allen teilnehmenden Staaten profitieren. Denn die Bewältigung der Gefährdungen durch psychische Belastung ist laut der Befragung ESENER-2 ein vorrangiges Handlungsfeld in deutschen Unternehmen. Abschließend wies Dr. Christa Sedlatschek auf die kommende europäische Kampagne hin, die sich unter dem Motto "Gesunde Arbeitsplätze - für jedes Alter" mit den Herausforderungen des demografischen Wandels befassen wird.

Focal Point Deutschland

Der deutsche Focal Point (FOP) repräsentiert das EU-OSHA-Netzwerk auf nationaler Ebene und agiert als Schnittstelle zwischen der EU-OSHA und dem nationalen Arbeitsschutz. Die FOPs werden von den Regierungen als offizielle Vertreter der EU-OSHA in den einzelnen Ländern benannt; in der Regel sind es die zuständigen nationalen Behörden für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, die hauptsächlich zur Umsetzung der EU-OSHA-Arbeitsprogramme beitragen.

Jeder Focal Point verwaltet sein eigenes dreigliedriges nationales Netzwerk aus Arbeitsschutzakteuren sowie Vertretern von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen und fungiert als Schnittstelle zur EU-OSHA. Darüber hinaus beteiligen sich die Focal Points aktiv bei der Planung und Umsetzung der EU-OSHA-Kampagnen und benennen nationale Sachverständige für die Gruppen und Seminare der Agentur.

EU-OSHA

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat das Ziel, den Einrichtungen der EU, den Mitgliedstaaten sowie den Betrieben und Arbeitsschutzakteuren aktuelle Informationen auf dem Gebiet der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Gemeinsam mit Regierungen, Arbeitnehmervertretern und kleinen sowie großen Unternehmen setzt sich die EU-OSHA dafür ein, Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in ganz Europa zu fördern. Zur Organisation des Austausches wurden inzwischen 39 Focal Points eingerichtet - neben den 28 Mitgliedstaaten sind die Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) sowie Kandidaten- und potenzielle Kandidatenländer vertreten.

Forschung für Arbeit und Gesundheit

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben - im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz. www.baua.de

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