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Frankfurter Rundschau: Entfremdung stoppen

Frankfurt (ots) - Der Besuch des türkischen Präsidenten Erdogan beim Amtskollegen Putin soll nicht nur das Ende der Eiszeit zwischen den Staaten seit dem Abschuss des russischen Jets besiegeln. Erdogans erste Auslandsreise nach dem gescheiterten Militärputsch ist auch ein Zeichen der Entfremdung der Türkei vom Westen und ein Warnsignal für die EU, die den schwierigen Partner nach dem versuchten Staatsstreich unangemessen behandelt hat. Es ist unverständlich, warum bis heute kein Spitzenpolitiker nach Ankara gekommen ist, um Regierung und Bürgern ihrer Solidarität gegen die Putschisten zu versichern. Die Massenverhaftungen und mutmaßlichen Menschenrechtsverletzungen sind verstörend. Doch um wie viel glaubhafter könnte der Westen sie kritisieren, wenn er seine Solidarität für die türkische Demokratie sofort bekundet hätte. Es ist höchste Zeit gegenzusteuern. Die EU braucht die Türkei - nicht nur als Wächter im Flüchtlingsdrama, sondern als Riegel der Stabilität gegen das Chaos des Nahen Ostens.

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