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Frankfurter Rundschau: Kommentar zur Völkermord-Debatte

Frankfurt (ots) - Steinmeiers Sorge ist, dass der Streit zwischen der Türkei und Armenien um die Benennung dessen, was den Armeniern im Osmanischen Reich angetan wurde, einen Ausgleich zwischen beiden Völkern unmöglich macht. Legt man einhundert Jahre Erfahrung zugrunde, wird man sagen müssen, dass die Leugnung des Völkermords durch die Türken zu keinem Ausgleich mit den Armeniern geführt hat, auch das peinliche Beschweigen durch andere nicht. Die Mindestvoraussetzung für einen Ausgleich wäre wohl, dass sich beide Seiten über den Gegenstand ihrer Fehde verständigten. Dem stehen die Gefühle im Weg. Die türkische Regierung sieht sich beleidigt, die Armenier an der Trauer um die Opfer gehindert. Letzteres wiegt schwerer und verdient nach hundert Jahren eine Parteinahme.

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