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Frankfurter Rundschau: Pressestimme zur Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen

Frankfurt (ots) - Die Frankfurter Rundschau schreibt zur Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen:

Zum Zahnarzt darf ein Flüchtlingskind nur, wenn es Schmerzen hat. Also wenn die Karies den Zahn schon so zerstört hat, dass dem Arzt häufig nichts übrig bleibt, als den braunen Stumpf zu ziehen. Denn für Asylbewerber und Geduldete werden nur dann die Arztkosten übernommen, wenn sie akut erkrankt sind oder Schmerzen haben. Sinn der Schikane ist es, den Aufenthalt hier so unattraktiv wie möglich zu machen. Das ist nicht nur zynisch, es ist angesichts der Folgekosten auch dumm. Im Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Asylbewerberleistungsgesetz steht ein denkwürdiger Satz: "Die Menschenwürde ist migrationspolitisch nicht zu relativieren." Man könnte auch sagen, es darf für uns keinen Unterschied machen, ob es um den Milchzahn eines afghanischen oder eines bayerischen Kindes geht.

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