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Frankfurter Rundschau: Gysi: Einmal Louvre, und ich war pleite

Frankfurt (ots) - Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi äußert sich in einem Interview der "Frankfurter Rundschau" (Montagausgabe) unter anderem zu seinen ersten persönlichen Erfahrungen im Westen. Die folgende Zusammenfassung ist mit Sperrfrist Montag, 3. November 2014, ein Uhr zur Verwendung frei.

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Der Linken-Politiker Gregor Gysi hatte bei seinen ersten Reisen in den Westen mit größeren Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. "Ich kam nach Paris und aus dem Staunen nicht heraus. Wie viele verschiedene Sorten von Autos es da gab! Und die Blumenläden, voll! Ich habe im Januar Geburtstag, da gab es bei uns nie Blumen. Die Käseläden: 300 Sorten!", sagte Gysi in einem Interview der "Frankfurter Rundschau" (Montagausgabe). Der heutige Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag war 1988 mit Genehmigung des SED-Regimes zu einem Vortrag in die französische Hauptstadt gefahren.

"Ich erinnere mich besonders an einen Teewagen-Laden", erzählte Gysi in dem Interview. "Da standen hundert verschiedene Teewagen. Im Warenhaus am Alexanderplatz gab es mal einen! Das kam mir in Paris dann auch etwas überflüssig vor."

Selbst das Keffeetrinken erwies sich für den damals 40-jährigen DDR-Rechtsanwalt als schwierig: "Einen Kaffee bekam ich ja auch in der DDR, ich dachte: Dafür muss ich doch keine Devisen ausgeben. Bis ich dann merkte: Ohne Devisen kriege ich hier keinen Kaffee."

Auch die Preise irritierten den Ost-Berliner: "Alles, was in der DDR billig war, war im Westen teuer. Und alles, was in der DDR teuer war, war dort billig. Fernsehgeräte waren in der DDR teuer und dort billig. Aber eine U-Bahn-Fahrt oder einmal in den Louvre, und ich war pleite." Auf die Frage nach Unterschieden zwischen der DDR und dem Westen sagte Gysi: "Die DDR war übersichtlich."

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