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Automatisiertes Fahren - "The next big thing!?"

Automatisiertes Fahren - "The next big thing!?"
Studie Automatisiertes Fahren - "The next big thing!?" / Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/103296 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Berylls Strategy Advisors" Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/103296 / Die Verwendung ...

München (ots) -

- Automatisiertes Fahren revolutioniert die individuelle Mobilität - 
  die Mobilitätsinnovation seit Erfindung des Automobils vor mehr als
  125 Jahren. 
- In den nächsten fünf Jahren kommt das hoch-automatisierte Fahren 
  beziehungsweise der Auto-Pilot - spätestens ab 2030 beginnt ein 
  neues Zeitalter im Automobilbau, das Zeitalter autonomer   
  Fahrzeuge.          
- Langfristig dramatischer Wandel der automobilen Wertschöpfungskette
  erwartet - traditionelle Automobilhersteller geraten unter Druck.   
- Deutsche OEMs in der Wahrnehmung deutscher wie auch chinesischer  
  Kunden vorne - aber nahezu jeder fünfte Kunde traut auch Google 
  oder Apple ein autonomes Fahrzeug zu.  

Automatisiertes Fahren - noch nie in der mehr als 125-jährigen Geschichte des Automobils gab es eine Innovation mit solch fundamentalen Auswirkungen auf die individuelle Mobilität. Hinzu kommen signifikante Veränderungen für alle an der automobilen Wertschöpfungskette Beteiligten, von Automobilzulieferern über Automobilhersteller, -versicherer bis hin zu Infrastrukturbetreibern und Service-Anbietern. Firmen wie Google, Apple oder Samsung, die schon heute signifikante Schritte in Richtung dem vernetzten Fahrzeug oder gar dem voll-automatisierten oder autonomen Fahrzeug unternehmen, sind die "Große Unbekannte". Während die heutigen Fahrerassistenzsysteme den Einstieg schaffen, wird voll-automatisiertes Fahren erst in fünf bis zehn Jahren zur Realität - mit Blick auf 2035 erreichen hoch-automatisierte, voll-automatisierte und autonome Fahrzeuge jedoch bereits einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.

Neue Zeitrechnung für individuelle Mobilität

Mit der zunehmenden Vernetzung wird auch das Automobil mehr und mehr zum Kommunikationsraum. Zukünftig werden wir in voll-automatisierten oder autonomen Fahrzeugen unserer Arbeit nachgehen, mit anderen kommunizieren oder einfach nur ausspannen können. Zugleich ist das automatisierte Fahren auch ein unfallfreies - oder zumindest weitestgehend unfallfreies - Fahren: Autopiloten sind zukünftig in der Lage, mit jeder Gefahrensituation unfallvermeidend umzugehen. Dem menschlichen Erfassungs- und Reaktionsvermögen weit überlegen, verhindern Fahrautomaten nicht nur Verkehrsunfälle, sondern reduzieren im Fall der Fälle Unfallschwere und -folgen deutlich, indem Autopiloten selbstverständlich die Verkehrsregeln beachten, nicht übermüden oder gar angetrunken "am Steuer sitzen". Automatisiertes Fahren leistet zudem einen Beitrag zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und damit zur Umweltschonung, indem Fahr- und Betriebsstrategien besser an Umgebungsbedingungen angepasst werden können. Nebenbei wird auch weniger öffentlicher Straßenraum genutzt, wenn voll-automatisierte Fahrzeuge in geringerem Abstand fahren. Darüber hinaus wird Car Sharing attraktiver, wenn der Kunde quasi "auf Finger tip" - im Sinne "Mobility on Demand" - sich ein autonomes Fahrzeug kommen lässt, sich damit chauffieren lässt und danach das Fahrzeug dann eigenständig weiter fährt oder parkt.

Über den Erfolg oder Misserfolg einer solch bahnbrechenden neuen Technologie entscheidet schlussendlich der Kunde. Einzelne hoch-automatisierte Fahrfunktionen werden in wenigen Jahren im Luxus- und im Premium-Segment zu Preisen zwischen 2.000 und 3.000 Euro zu kaufen zu sein. Voll-automatisiertes Fahren erfordert einen Aufpreis in einer Größenordnung von geschätzten 5.000 bis 8.000 Euro, wenn solche Systeme in etwa zehn Jahren im Markt eingeführt werden. Für eine breitere Markt- und Kundenakzeptanz ist dann aber eher von Aufpreisen von maximal 3.000 Euro auszugehen.

Werden Endkunden befragt, so ist die Akzeptanz in Deutschland und in China unterschiedlich ausgeprägt: nur 23 Prozent der im Rahmen des "Car Connectivity Compass 2014" von Berylls Strategy Advisors in Zusammenarbeit mit mm customer strategy im Sommer 2014 befragten deutschen Endkunden äußern ein wahrscheinliches oder sehr wahrscheinliches Kaufinteresse an "Autonomem Fahren" als Sonderausstattung. Ganz anders in China: hier äußern 88 Prozent Interesse, d.h. der Kauf von "Autonomem Fahren" als Sonderausstattung ist eher wahrscheinlich bis hin zu sehr wahrscheinlich.

Die Revolution ist bereits im vollen Gange

Wenngleich es noch Jahre dauern wird, bis sich voll-automatisiertes oder gar autonomes Fahren durchsetzen, so nimmt das automatisierte Fahren jetzt schon Fahrt auf: Heute zeigen Versuchsfahrzeuge wie der Mercedes-Benz S500 "Intelligent Drive", wie hoch-automatisiertes Fahren auf öffentlichen Strecken, von Stadt bis Autobahn, völlig reibungslos funktioniert. Und Google ist mit seiner automatisierten Fahrzeugflotte laut eigener Aussage bereits mehr als 1 Million Straßenkilometer gefahren. In wenigen Jahren sind die ersten Fahrzeuge mit hoch-automatisierten Fahrfunktionen am Markt verfügbar. So dürften beispielsweise nur noch zwei bis drei Jahre vergehen, bis ein Autobahn-Pilot in einem der Top-Luxus-Fahrzeuge wie einer Mercedes-Benz S-Klasse oder einem BMW 7er angeboten wird. Ab dem Jahr 2020 wird hoch-automatisiertes Fahren dann als Sonderausstattung einem breiteren Publikum der Premium-OEMs angeboten. Voll-automatisiertes Fahren kommt dann in etwa im Jahr 2025; solche Fahrautomaten können dann eigenständig jegliche Fahrsituation meistern und benötigen keinen Eingriff des Fahrers mehr - gleichwohl ist die Übergabe der Fahraufgabe an den Fahrer möglich. Autonome Fahrzeuge, also der Verzicht auf die Bereitstellung eines manuellen Fahrmodus, werden dann voraussichtlich ab etwa 2030 Wirklichkeit auf unseren Straßen.

Auch wenn in 2025 der Marktanteil hoch- oder voll-automatisierter Fahrzeuge noch verschwindend gering ist, so ist bis 2035 mit einem rasanten Anstieg des Marktanteils auf etwa 20 Prozent zu rechnen; das sind dann bis zu 35 Millionen hoch-automatisierter, voll-automatisierter oder gar autonomer PKWs pro Jahr, die vor allem in Nordamerika, China und Westeuropa verkauft werden. Der weltweite Fahrzeugbestand wird dann bis etwa 2050 "umgedreht" - weniger als 10 Prozent haben dann keinen Auto-Piloten an Bord.

Deutsche OEMs auf der Pole-Position

Die aktuelle Endkundenbefragung von Berylls im Rahmen des "Car Connectivity Compass 2014" zeigt: die deutschen OEMs, von Audi über BMW bis Daimler und Volkswagen, stehen aus Sicht deutscher wie chinesischer Endkunden in der ersten Startreihe, wenn es um die Markteinführung autonomer Fahrzeuge geht. Die Pole Position geht in Deutschland an Daimler: 41 Prozent der befragten Endkunden trauen Mercedes-Benz zu, als Erste "Autonomes Fahren" in den Markt einzuführen; BMW, Audi und Volkswagen folgen auf den Rängen 2 bis 4. In China ist Audi vorne (44 Prozent), gefolgt von BMW, Volkswagen, Mercedes-Benz. Allerdings: Google wie auch Apple sind nicht zu unterschätzen - rangieren beide Unternehmen doch bei dieser Fragestellung unter den Top 10 genannten Anbietern, wenn es um die erstmalige Markteinführung "Autonomes Fahren" geht.

Wertschöpfungskette im Umbruch

Die Aussicht auf autonome Fahrzeuge schafft neue Perspektiven für die heutigen, aber auch für neue Spieler. Mit autonomen Fahrzeugen, insbesondere wenn diese über einen batterieelektrischen Antrieb verfügen, kann sich deshalb die Anbieterlandschaft schlagartig verändern. Bestes Beispiel ist aktuell Google: Das Google Car 2014 ist fahrzeugtechnisch auf das Wesentliche fokussiert: batterieelektrischer Antrieb, keine manuellen Steuerungsfunktionen, sondern High-tech Sensorik, IT Architektur, Konnektivität, gepaart neuem Interieurkonzept. Kernkompetenz sind das Betriebssystem inklusive Sensor-Datenfusion, d.h. der Auto-Pilot selbst - alle anderen Komponenten und Systeme des Fahrzeugs lassen sich über Zulieferer realisieren, und Engineering-Dienstleister können die Gesamtfahrzeugintegration und -applikation übernehmen. Unabhängige Netzbetreiber, Content Provider, Vernetzungsspezialisten und andere übernehmen dann Schlüsselpositionen in der automobilen Wertschöpfungskette, die mehr und mehr zu einer Car IT- und Services-Kette wird.

Sobald das autonome Fahren Realität wird, riskieren die Automobilhersteller ihr gesamtes Geschäftsmodell. Christian Kleinhans, Partner bei Berylls Strategy Advisors, erläutert: "Automobilbau basiert dann nicht mehr auf Erfahrungswissen aus mehr als 125 Jahren Automobilgeschichte, sondern insbesondere darauf, das überlegene Fahrzeugbetriebssystem beziehungsweise den Fahrautomaten und dessen Vernetzung zu entwickeln - und dann die besten Partner für die Realisierung des Fahrzeugs zusammenzuschnüren. Adaptionsfähigkeit, Schnelligkeit und Netzwerkfähigkeit sind dann gefragt, nicht Fixed Asset." Gefordert sind deshalb neue Kernkompetenzen, veränderte Wertschöpfungsstrukturen, gekoppelt mit Transformations-Know- how und einem neuen "Mindset" für Kundennutzen und Funktionalität voll-automatisierter und autonomer Fahrzeuge.

Über Berylls Strategy Advisors

Berylls Strategy Advisors ist eine auf die Automobilindustrie spezialisierte Top-Managementberatung, die von erfahrenen Automotive Partnern im Mai 2011 gegründet wurde. Gemeinsam mit Kunden - Automobilherstellern, Automobilzulieferern, Engineering-Dienstleistern, Ausrüstern sowie Investoren - arbeiten die Strategieberater an Antworten zu den zentralen Herausforderungen der Automobilindustrie bei Strategie, Mergers & Acquisitions und Performance-Steigerung. Berylls? Beratungsteams zeichnen sich durch langjährige Erfahrung, fundiertes Wissen sowie innovative, umsetzungsstarke Lösungen aus. Durch strategische und projektbezogene Kooperationen mit führenden Mobilitäts- und Engineering-Dienstleistern erzielt Berylls weitere Vorteile bei Technologie-Kompetenz, Automobil-Marktverständnis und Kundennetzwerken.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit mm customer strategy in Deutschland und China durchgeführt.

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