RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V.: Die MoRAL-Studie: erste Trendstudie zur Moral in Deutschland vorgestellt (mit Bild)
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Die MoRAL-Studie: erste Trendstudie zur Moral in Deutschland vorgestellt (mit Bild)

Berlin (ots) - Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Miteinander scheint in den letzten Jahren in Deutschland aus den Fugen geraten zu sein. Es entsteht der Eindruck, dass Verhaltensweisen wie Habgier, Verantwortungslosigkeit und Unehrlichkeit immer weiter auf dem Vormarsch sind und das gesellschaftliche Leben dominieren. Hat das Thema Moral ausgedient?

RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung stellte heute in Berlin die gemeinsam mit dem rheingold Institut durchgeführte erste Trendstudie zur Moral in Deutschland vor. Bei der Studie handelt es sich um eine tiefenpsychologisch und quantitativ repräsentative Analyse der psychologischen Verfassung unserer Gesellschaft zum Thema Moral und Werte.

Auch wenn niemand gerne offen darüber spricht: Die Deutschen wünschen sich mehr Moral im Alltag. 64 Prozent sind der Ansicht, dass Moral insbesondere im alltäglichen Verhalten sehr wichtig ist. Hierbei hofft man auf mehr Gemeinschaftsgefühl, Ehrlichkeit, Anständigkeit, Zusammenhalt und so etwas wie soziale Wärme. Dies spiegeln auch die Top Drei der Moral in Werten wider: Für 86 Prozent macht hauptsächlich Ehrlichkeit moralisches Verhalten aus, für 84 Prozent ist es Verlässlichkeit und für 82 Prozent Rücksicht.

Tod der Instanzen

Das heutige Moralverständnis wirkt allerdings wie eine leistungsorientierte Perfektionierung der Zehn Gebote. Ein selbst auferlegter Vollkommenheitsanspruch, der den Menschen das Gefühl gibt, ohne Unterstützung nur scheitern zu können. Doch die einst wegweisenden Instanzen Politik, Wirtschaft und Kirche werden nicht mehr als Vorbilder für moralisches Verhalten anerkannt: Nur 6 Prozent der Gesamtbevölkerung sind der Ansicht, dass Moral heute von der Politik oder der Wirtschaft vermittelt wird, 11 Prozent gestehen dies immerhin noch der Kirche zu. 41 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Moral heute vor allem von ihnen selbst erwartet wird, nur 7 Prozent stimmen dem nicht zu. "Wenn die Menschen die Moral selber in die Hand nehmen, fällt es Ihnen vor allem dann leicht, moralisch zu handeln, wenn sie ein unmittelbares Ergebnis sehen, das ihnen ein gutes Gefühl verschafft oder auch Anerkennung bringt. Dann macht Moral Spaß", so Ines Imdahl, Geschäftsführerin des rheingold Instituts.

Aus Mangel an moralischen Autoritäten kommt es vermehrt zu willkürlichen Überregulierungen, wie zum Beispiel dem Rauchverbot, Umweltzonen oder strengen Firmenkodizes. Moralisches Verhalten wird aktuell vor allem über solche Verbote und Kontrollen diktiert, die allerdings von den Menschen größtenteils als sinnlos und für ihren Alltag irrelevant bewertet werden.

Geld oder Leben?

Mit dem Einstürzen des World Trade Centers 2001 war Schluss mit der angstfreien Spaß-Kultur der 90er Jahre. Denn die Menschen spürten unmittelbar, dass es etwas gibt, das ihnen ganz und gar nicht gleichgültig ist: das Leben! Seitdem suchen sie mehr denn je wieder nach Visionen und Werten, die ihnen Halt geben. Die jüngsten Finanz- und Bankenkrisen bringen nicht nur hemmungsloses Profitstreben in Diskredit. Geld an sich bekommt einen Beigeschmack. Für die Menschen in Deutschland ist aber nicht nur Moral wichtig. Geld spielt in ihrem Leben auch eine große Rolle. Müssen sie sich zwischen Geld oder Leben, zwischen Gut und Böse entscheiden? Die MoRAL-Studie zeigt, dass die Menschen in Deutschland beides wollen: Geld UND Leben. Sie wollen durchaus Geschäfte machen und Geld verdienen, aber auf der Basis von Ehrlichkeit, Vertrauen und Zuverlässigkeit. Die Idealvorstellung der Deutschen ist, ein Geschäft wieder guten Gewissens mit Handschlag besiegeln zu können: das gute Geschäft!

RAL Gütezeichen als verlässliche Orientierungshilfe

RAL Gütezeichen können einen Beitrag dazu leisten, Unternehmer wie Verbraucher dabei zu unterstützen, ihrem Wunsch nach moralischem Verhalten im Alltag nachzukommen. Denn die RAL Gütesicherung ist nicht nur buchstäblich in der MoRAL verankert: Sie basiert auf einer Werteorientierung; Moral repräsentiert daher den Kern, für den RAL Gütezeichen stehen. Dr. Wolf D. Karl, Hauptgeschäftsführer von RAL, erläutert: "Mit einer RAL Gütesicherung verschreiben sich Unternehmer freiwillig moralischen Grundwerten, wie zum Beispiel Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Transparenz. Sie versprechen anständiges, vorbildliches Verhalten." RAL Gütezeichen signalisieren dem Verbraucher, dass Unternehmer sich ihrer Verantwortung für ihre Produkte und Dienstleistungen stellen und sich auch gesellschaftlich korrekt verhalten wollen. Sie können demnach im Spannungsfeld zwischen Geld und Leben eine verlässliche Orientierung liefern.

Voraussetzung hierfür ist die Kenntnis über das Wertesystem, das hinter der RAL Gütesicherung und somit hinter den RAL Gütezeichen steht. "Mit diesem Ziel und den Erkenntnissen der vorliegenden MoRAL-Studie wird RAL verstärkt in den Verbraucherdialog gehen", so Karl.

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