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Schwäbische Zeitung: Hass nicht hinnehmen - Kommentar zu Gabriel

Ravensburg (ots) - Eines darf man Sigmar Gabriel sicher unterstellen: Dieser Stinkefinger war keine kalkulierte Pose, er kam von Herzen. Mit dem Bezug auf seinen Vater - bis zuletzt ein bekennender Nationalsozialist - haben die Pöbler von Salzgitter in die allerunterste Schublade gegriffen. Wer sein Gegenüber als "Volksverräter" beschimpft, hat keinen Anlass, über eine heftige Reaktion zu jammern.

Gabriel wiederum wird nicht jammern, falls er nun eine Anzeige kassiert. Schließlich erfüllt der Stinkefinger den Tatbestand der Beleidigung. Das war's dann aber auch. Wer jetzt wieder einmal einfordert, dass Politiker bitteschön ihrer Vorbildfunktion gerecht werden sollen, der sollte sich einmal fragen, ob ihm aalglatte, allzeit unangreifbar formulierende Polit-Profis wirklich lieber wären.

Man kann Gabriel vorwerfen, dass er sich hat provozieren lassen. Dass er sich auf das Niveau eben jener Menschen hinabgelassen hat, die er schon früher als "Pack" bezeichnete. Staatsmännischer wäre es wohl gewesen, er hätte einfach geschwiegen.

Man könnte es aber auch als ein Zeichen einer klaren Haltung werten, wenn rechtsradikalen Pöblern unmissverständlich deutlich gemacht wird, dass ihre Hassbotschaften nicht unwidersprochen hingenommen werden.

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