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Schwäbische Zeitung: Kommentar: Hilferufe bayerischer Städte gerechtfertigt

Ravensburg (ots) - Die Städte haben kein Geld zu verlieren - zumal viele von ihnen sowieso in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Anders als bei Engpässen des Bundes oder der Länder bekommen dies Bürger auch viel schneller mit: wenn etwa das Freibad oder die Stadtbücherei schließen müssen oder Schulen und Kindergärten verfallen.

Das heißt, die Stadtoberen sind in der Regel in engerem Kontakt mit dem Bürger als Regierungen auf Landes- oder Bundesebene. Sie haben deshalb bereits früh sozialen Sprengstoff gewittert, sollten wegen Geldmangels Alteingesessene mit Flüchtlingen um verbliebene Restmittel konkurrieren.

Kein Bürgermeister kann Interesse daran haben, wenn neue Problemzonen entstehen. Oft hat er mit alten sozialen Brennpunkten genug zu tun. Mit dem Beschaffen von zusätzlichen finanziellen Mitteln fürs Krisenmanagement tun sich die Städte aber schwer. Das Schröpfen der Bürger oder des Gewerbes hat seine Grenzen. Bleibt also zumindest für ärmere Städte nur das Rufen nach Landes- und Bundeshilfen. Wenigstens sie sollten auch erhört werden - schon um dort den sozialen Frieden zu bewahren.

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