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Schwäbische Zeitung: TTIP - weniger wäre mehr - Kommentar zum geplanten Freihandelsabkommen

Ravensburg (ots) - Die USA sind Deutschlands wichtigster Handelspartner außerhalb der EU: Das jährliche bilaterale Handelsvolumen belief sich zuletzt auf rund 145 Milliarden Euro. Mehr als ein Zehntel der baden-württembergischen Exporte geht in die Staaten. Solche Zahlen machen deutlich, warum das Freihandelsabkommen TTIP so hoch gehängt wird.

Gerade für die exportstarken mittelständischen Unternehmen ist es umständlich und teuer, für ihre Produkte auf beiden Märkten eine Zulassung zu bekommen. Sie hätten Vorteile, wenn solche Hürden wegfielen. Das ist nachvollziehbar und kein Mensch kann etwas gegen einheitliche Kabelstecker und Blinker-farben haben.

Doch so einfach ist es eben nicht. Da sich die 50 US-Bundesstaaten bis dato nicht auf einheitliche Normen geeinigt haben, glaubt auch die Industrie nicht mehr an eine schnelle Angleichung. Und bei TTIP geht es um weit mehr: um Verbraucherschutz, Arbeitnehmerrechte und die Unabhängigkeit der Gerichte. TTIP ist ein kompliziertes Gesamtpaket, das kaum jemand durchschaut. Würden sich die EU und die USA auf die Vereinheitlichung von technischen Normen beschränken, wäre man schon weiter und die Industrie bald von einem Teil der Doppelarbeit befreit. Weniger ist manchmal mehr.

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