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Schwäbische Zeitung: "Pokern ist nicht alles" - Kommentar zu Horst Seehofer und die Atommüll-Castoren

Ravensburg (ots) - Zugegeben: Das eine gegen das andere ausspielen, hier ein bisschen mehr Geld fürs eigene Land rausholen und dort dafür anderen etwas geben, das gehört bei Ministerpräsidenten zum Geschäft. Doch man kann es auch übertreiben. Horst Seehofer tut das. Dabei hätte man sich gerade von ihm, gerade jetzt ein kleines bisschen Demut gewünscht. Gerade erst hat das Maut-Debakel gezeigt, dass es nicht unbedingt gut ist, bayerische Interessen mit der Brechstange durchzudrücken. Gerade erst hat er mit seinem Ausscheren bei den Stromtrassen für Ärger im Länderkreis gesorgt, da kommt die nächste Nummer. Er will über die Castoren im Zusammenhang mit den Trassen verhandeln. Nun hat kein einziges Bundesland Lust, die Castoren zu nehmen. Doch im Unterschied zu Bayern haben die anderen Länder Politiker, die nicht nur pokern, sondern sich auch ihrer Verantwortung stellen. Das konnte man bei Baden-Württembergs Winfried Kretschmann schon in der Frage des Länderfinanzausgleichs studieren - und jetzt bei der Atommüllzwischenlagerung auch. Seehofers Verhalten ist dagegen unverantwortlich. Ablehnen, Pokern, Zögern - das ist Politik zum Abgewöhnen.

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