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Schwäbische Zeitung: Hilfsbereitschaft ist ein hohes Gut

Ravensburg (ots) - Der Ruf nach mehr Geld für die Kommunen überrascht nicht und ist nachvollziehbar.

Deutschland muss sich auf einen nachhaltig großen Flüchtlingsstrom einstellen. Das bringt verstärkt auch die Kommunen unter Druck, weil das Land und die Landkreise mit ihren Kapazitäten die Unterbringung nicht mehr gewährleisten können. Gerade in den Städten und Gemeinden geht es zudem um mehr als nur um Notunterkünfte auf Zeit. Viele Flüchtlinge werden hier jahrelang bleiben. Sie haben einen Anspruch auf eine angemessene Betreuung und müssen integriert werden.

Das Wort Empathie fällt häufig, seit über das Ausmaß der Not und über die erschütternden Einzelschicksale aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens berichtet wird. Empathie steht in diesem Zusammenhang dafür, über das Mitleid mit den Menschen auf der Flucht hinaus Hilfe zu leisten. Gerade die Bevölkerung im wirtschaftlich starken Süden der Republik hat das in den vergangenen Wochen vorbildlich getan und den Neuankömmlingen die Hand gereicht. Diese Bereitschaft ist ein hohes Gut.

Der gute Wille allein wird aber auf Dauer die Ruhe nicht garantieren. Die Gesellschaft muss akzeptieren, dass auf allen Ebenen Mehrausgaben anfallen werden. Das trifft die Steuerzahler unabhängig davon, ob Bund, Länder oder die Kommunen dafür geradestehen. Einschränkungen vor Ort könnten aber die Stimmung kippen lassen. Turnhallen als Flüchtlingsquartiere sollten nur der letzte Ausweg sein. Deshalb benötigen die Kommunen zusätzliches Geld, um auf einen vielerorts nicht mehr aufnahmefähigen Immobilienmarkt reagieren zu können.

Die Gesellschaft muss aber auch Flüchtlinge als Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt akzeptieren. Auch das gehört zum Asylkompromiss. So ein Miteinander könnte beispielgebend sein in einer Zeit, in der Handwerk und Industrie über Arbeitskräftemangel klagen. Wer arbeitet, entlastet zudem die Sozialkassen. Wer arbeiten kann, fühlt sich eher aufgenommen als jene, die zum Nichtstun verurteilt sind.

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