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Schwäbische Zeitung: Chance für Korrekturen - Kommentar zum Achtelfinale Deutschland gegen Algerien

Ravensburg (ots) - Er hat ja recht, der Bundestrainer: Spiele wie jenes gegen Algerien gab es tatsächlich bei fast jedem Turnier von einer deutschen Mannschaft. Scheußliche, unschöne Kicks, die dennoch gewonnen wurden. Er hat auch recht, wenn er sagt: Eine Mannschaft kann nicht immer fantastisch spielen.

Doch seine Aufgabe als Bundestrainer ist doch, es seinen Spielern beim Gewinnen möglichst leicht zu machen. Dass gegen eine tapfere, aber durchschnittliche Mannschaft wie Algerien so lange gezittert werden musste, war vor allem seine Schuld. Den unerfahrenen Shkodran Mustafi auf der rechten Abwehrseite aufzubieten, war fahrlässig. Einen Gefallen hat er damit weder dem Team noch dem jungen, überforderten Verteidiger getan. Ohnehin liegt eine aus vier Innenverteidigern gebildete Abwehrkette derart schwer am eigenen Strafraum, dass die Impulse in der Offensive einfach fehlen. Vier sind de facto zwei zu viel. Zudem holt den Bundestrainer die Debatte um die falsche Neun wieder ein.

Gegen Frankreich hat der Schwarzwälder nun die Chance zu überfälligen Korrekturen: Er sollte Lahm zurückziehen und auf der anderen Abwehrseite Großkreutz oder Durm aufbieten. Er sollte Schweinsteiger und Khedira gemeinsam im zentralen Mittelfeld aufbieten und beide spielen lassen, so lange es eben geht. Dem wenig charismatischen Kroos könnte ein Künstlerpäuschen nicht schaden. Dies wiederum würde Raum für einen Mann mit Zug zum Tor schaffen: Klose am besten, ansonsten zumindest Schürrle.

Denn, auch dies lehrt die Fußballhistorie, mehrere dieser scheußlichen Partien darf sich kein Team bei der WM erlauben.

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