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Schwäbische Zeitung: Auf den Lehrer kommt es an - Leitartikel

Ravensburg (ots)

Glückwunsch! Zehn Jahre nach den letzten Pisa-Mathe-Tests die gute Nachricht: Deutsche 15-Jährige rechnen deutlich besser als der Durchschnitt in 65 getesteten Ländern. Im Vergleich zu 2003 haben sie sich sogar verbessert. Das tut Schülern, Eltern und Lehrern gut. Grund zur Entwarnung gibt es trotzdem nicht. Dass die Schüler in vielen asiatischen Ländern deutschen Schülern um Längen voraus sind, muss man nicht einmal alarmierend finden. Denn der Preis für den Bildungserfolg ist hoch: In vielen Ländern Asiens ist es üblich, dass die Kinder nach der Schule im Nachhilfeunterricht weiterpauken. Dadurch können sie zwar schneller rechnen, und sogar das tiefere Verständnis für Mathematik wird angeblich verstärkt. Doch eine glückliche Kindheit sieht nach hiesigem Verständnis anders aus. Viel beunruhigender als die Konkurrenz in Fernost sind die regionalen Unterschiede innerhalb Deutschlands, die aus der aktuellen Pisa-Studie noch gar nicht hervorgehen. Ostdeutsche Schüler können besser rechnen als ihre westdeutschen Altersgenossen und sind ihnen bis zu zwei Jahre voraus. Grund sind eine praxisnahe Ausbildung und weniger fachfremder Unterricht. Studien zeigen: Wo der Bio-Lehrer schnell in Mathe einspringt oder sich im Physik-Unterricht wiederfindet, fallen die Ergebnisse schlechter aus. Das zeigt, wie entscheidend die Lehrerausbildung für den Bildungserfolg ist. Bessere Pisa-Noten wird es nur geben, wenn die fachdidaktische Ausbildung verbessert, und der Lehrermangel in den naturwissenschaftlichen Fächern behoben wird. Letzteres wird durch eine Umstellung der Lehrerausbildung auf ein Bachelor- und Masterstudium im Südwesten nicht gelingen. Dennoch geht die Reform in die richtige Richtung. Zum einen merken Studenten früher, ob sie für den Beruf überhaupt geeignet sind. Zum anderen stehen Lehrer durch die Gemeinschaftsschulen und den gemeinsamen Unterricht von Behinderten und nicht behinderten Kindern vor völlig neuen Herausforderungen. Das Staatsexamen wird dem nicht gerecht.

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