Schwäbische Zeitung: Keine billige Spezies - Kommentar

Leutkirch (ots) - Ja, Beamte in Brüssel freuen sich über hohe Bezüge. Manche sagen, sie verdienten dieses Geld auch. Dennoch sind die hohen monatlichen Überweisungen kein Problem. Es überrascht nicht, dass just in Zeiten, in denen über den EU-Haushalt für die kommenden Jahre verhandelt wird, Populismus betrieben wird, um Stimmung gegen die EU zu machen. Es wird gegen die europäische Bürokratie polemisiert, ungeprüft werden Halbwahrheiten als Gewissheiten übernommen. Warum verdienen die Topbeamten in Brüssel so viel? Weil die EU Personal braucht, das beispielsweise die Strukturen der weltweiten Finanzindustrie durchschaut, das von internationaler Politik mehr als eine Ahnung hat, das selbst bei komplexen Sachverhalten kundige Analysen erstellen kann. Diese Leute haben im In- und Ausland gelebt und gearbeitet, sprechen mehrere Sprachen und verfügen über beste Universitätsabschlüsse. Billig ist diese Spezies nicht. Solche Fachleute müssen nicht in Brüssel arbeiten, sie können es aber, so sie nicht Angebote aus New York, Singapur oder Schanghai attraktiver finden. Und zu dem konstruierten Problem, dass mancher angeblich mehr als die Bundeskanzlerin bekommt: Ja, und auch das ist ganz eindeutig - Angela Merkel verdient zu wenig.

Pressekontakt:

Schwäbische Zeitung
Redaktion 
Telefon: 07561-80 100
redaktion@schwaebische-zeitung.de