Geschädigte Anleger: Wunschzettel an den Weihnachtsmann
Schutzvereinigung für Anleger fordert Verbesserungen im Anlegerschutz

Bremen (ots) - Nach einer Untersuchung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz entstehen durch Kapitalanlagen im sogenannten "Grauen Markt" - etwa geschlossene Immobilienfonds, Schiffsfonds und Lebensversicherungsfonds - jährlich Schäden in Höhe von 20 bis 30 Milliarden Euro. "Hier muss der Gesetzgeber dringend für eine bessere Regulierung sorgen", fordert Rechtsanwältin Angelika Jackwerth. Als Geschäftsführerin der Schutzvereinigung für Anleger e.V. (SfA) kämpft sie seit Jahren für die Interessen geschädigter Anleger. "Wichtig ist auch eine Umkehr der Beweislast. Denn Hunderte unserer Mitglieder, die einen Großteil ihrer Ersparnisse mit DG-Fonds verloren haben, müssen ihre Forderungen im mühsamen Rechtsstreit mit den genossenschaftlichen Banken durchsetzen. Von einem fairen Interessenausgleich sind diese Banken, die sich mit Ulrich Wickerts Werbung einen sozialen Anstrich geben, weit entfernt", empört sich Jackwerth. Ihre Wünsche für einen sinnvollen Anlegerschutz hat die SfA in einem Wunschzettel an den Weihnachtsmann zusammengefasst:

1. Regulierung des "Grauen Marktes", ... weil hier der größte Schaden am Kapitalmarkt entsteht. Denn nach Schätzungen scheitern zwischen 50 und 80 Prozent aller Kapitalanlagen im "Grauen Markt".

2. Umkehr der Beweislast bei Schadensersatzansprüchen der Anleger, ... weil dadurch die Chancen der Anleger auf eine rasche und kostengünstige außergerichtliche Einigung enorm gesteigert würden.

3. Offenlegung der finanziellen Interessen von Anlageberatern, ... weil Anlageberater durch Verschweigen von Provisionen ihre eigenen Interessen verschleiern können. Die Verpflichtung der Banken, ihre "Kick Backs" mitzuteilen, reicht nicht, wenn sie auch durch Festpreisgeschäfte an Anlageprodukten verdienen und freie Berater von der Offenlegung ausgenommen sind.

4. Entschädigung von DG-Fonds-Anlegern durch die DZ Bank, ... weil die DZ Bank gut daran verdient hat, dass tausende Anleger hunderte Millionen Euro mit DG-Fonds verloren haben, sollte sie diesen Anlegern mit einem fairen Angebot entgegenkommen - statt die Verjährung abzuwarten.

5. Verzicht von Ulrich Wickert auf Banken-Werbung, ... weil die genossenschaftlichen Banken auch nicht sozialer agieren als andere, sollte Ulrich Wickert mit seinem hohen moralischen Anspruch auf Werbung für diese Bankengruppe verzichten. Schutzvereinigung für Anleger e.V. (SfA): Die SfA mit Sitz in Bremen vertritt als eingetragener Anlegerschutzverein seit 2007 die Interessen geschädigter Kapitalanleger. Oberstes Ziel ist die Bündelung von Anlegerinteressen. Auf diese Weise lassen sich Ansprüche gegen Banken, Kapitalanlagegesellschaften und Vermittler besser durchsetzen und Forderungen des Vereins nach qualifiziertem Anlegerschutz finden größeren Rückhalt. Die SfA hat bundesweit rund tausend Mitglieder, die in verschiedenen Interessengemeinschaften organisiert sind.

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Geschäftsführerin Angelika Jackwerth
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