tz München: Streit um Wahltermin: Gefährlicher Kalender

München (ots) - Mit "Mia san mia" können wir Bayern so manche Verhaltensweise nachvollziehbar erklären. Doch was für das Volk gilt, muss bei Parteien noch lange nicht funktionieren: Gegen den 15. September 2013 als gemeinsamen Wahltermin in Bund und Land wehrt sich CSU-Bundestagsgeschäftsführer Stefan Müller vehement - weil nur so Bayern seine Eigenständigkeit betonen könne. Es ist weit gekommen mit einer Partei, deren Selbstbewusstsein ein bloßer Kalendereintrag erschüttern kann. Freilich steckt einiges mehr dahinter: Zu gering ist das Vertrauen in den Wähler, zwischen Bundes- und Landespolitik unterscheiden zu können. Und zu groß ist offensichtlich die Angst, mit einem Super-Wahltag noch mehr Bayern als sonst an die Urnen zu locken. Bei der Frage des Termins geht es zweifellos nur um Regierungs- und Oppositions-Taktik im Spiel mit dem Wähler. Aber wer sonst die schwindende Wahlbeteiligung beklagt, sollte jede Chance nutzen, sie zu erhöhen. Und gerade wer sich mit der selbstbewussten Parole "Bayern schuldenfrei 2030" beim Wähler bewirbt, sollte sich die zehn Millionen Euro Extra-Kosten für eine Extra-Wahl besser sparen.

Walther Schneeweiß

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