tz München: "Eine harte Nuss!" TSV 1860: Schwere Verhandlungen mit den Gläubigern

München (ots) - Die Euphorie am Samstag war riesig in der Allianz Arena, als der Investor in spe, Hasan Ismaik, seinen Antrittsbesuch beim TSV 1860 machte und sich beim 4:0 der Löwen über Energie Cottbus in seiner Loge köstlich amüsierte.  Und spätestens als der Jordanier nach Benny Lauths Treffer zum 4:0 jubelnd auf der Anzeigetafel eingeblendet wurde, verteilten viele Fans in Gedanken schon mal die 33 Millionen Euro, die Ismaik zu investieren bereit sein soll, an aufstiegsreife Neuzugänge. Mittlerweile aber ist es wohl erst mal wieder angebracht, die Euphorie zu zügeln. Denn Ismaik erklärte jetzt in der SZ, dass er zwar zu einem Engagement bereit sei, aber die Gläubiger einem Teilverzicht von 60 Prozent zustimmen müssten. Bei 14 Millionen Altschulden geht es da immerhin um eine Summe von 8,4 Millionen Euro. "Das wird sicherlich eine harte Nuss", gab ein Gremiumsmitglied des TSV 1860 gegenüber der tz zu. Was sich schon gestern Vormittag abzeichnete. Im Präsdiumszimmer im dritten Stock der Geschäftsstelle saßen Präsident Dieter Schneider und Geschäftsführer Robert Schäfer mit Gläubigervertretern zusammen. Nachdem sich die Runde gegen halb eins aufgelöst hatte, sagte einer der Teilnehmer auf dem Weg zum Parkplatz zu einem anderen: "Ich denke, das kann man nicht mal im Ansatz diskutieren. Selbst wenn ich zwei Promille habe..." Wir nehmen mal fest an, dass sich die beiden Sätze auf Vorschläge der 1860-Verantwortlichen bezogen und nicht darauf, in welchem Restaurant die beiden den Abend zu verbringen denken. Dieter Schneider wollte zum Verlauf der Unterredung nichts verraten, als er aus der Geschäftsstelle eilte. Auch, weil er keine Zeit hatte. "Ich muss schon wieder zum nächsten Termin", sagte er und entschwand. Die Termine werden sich in den nächsten Tagen noch jagen. Schließlich soll der Deal mit Investor Ismaik bis Ostern  besiegelt sein. Die Zeit drängt wieder mal, und an Vorarbeiten scheint nach wie vor einiges nötig zu sein. Wenn der Geschäftsmann aus Jordanien dann tatsächlich bei 1860 einsteigt, will er, so ließ er sich zitieren, "jemanden installieren, der als verlängerter Arm in München arbeitet, wirtschaftlich kompetent ist, meine Seite vertritt und eng mit dem Klub zusammenarbeitet". Er habe da schon jemanden "im Kopf, einen Deutschen", dessen Namen man kenne. Könnte Ismaik ohne Probleme machen. Die DFL teilte auf Nachfrage mit, dass dagegen von den Regularien her nichts einzuwenden sei. Nur wenn Ismaiks Mann plötzlich als Sportdirektor die Stevic-Nachfolge antreten würde, müsste sich der TSV 1860 einige unangenehme Fragen von der Fußballliga gefallen lassen. Claudius Mayer

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