ECDI The European Centers for Dental Implantology

Zahnimplantate nach dem All-on-4-Prinzip längst nicht für alle Patienten geeignet
Empfehlung der internationalen Spezialisten der European Centers for Dental Implantology (ECDI)

München (ots) - "Festsitzender Zahnersatz an einem Tag", "sofortige Belastung": Mit solchen Slogans werden zunehmend Implantologieverfahren beworben, die komplett oder überwiegend zahnlosen Patienten eine unkomplizierte, sichere und langfristig erfolgreiche Therapie versprechen. Schon vier Zahnimplantate in Ober- oder Unterkiefer sollen als Basis für eine stabil sitzende prothetische Versorgung ausreichen.

Doch ist die Methode wirklich für jeden Patienten geeignet? Die European Centers for Dental Implantology, ein internationaler Verbund erfahrener Implantologen, warnen vor übertriebenen Erwartungen an das All-on-4-Prinzip: Es lasse sich nur in sorgsam geprüften Einzelfällen anwenden und sei keinesfalls allgemeiner Standard. Vor allem erfordere die Methode große implantatchirurgische, prothetische und zahntechnische Kompetenz.

Die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen und Oralchirurgen der ECDI sind an 27 Standorten in ganz Europa tätig. Dazu gehören zahlreiche Universitätskliniken. Die ECDI-Ärzte setzen zusammen jährlich fast 20 000 Zahnimplantate, auch nach der All-on-4-Methode. Sämtliche Implantationen werden dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet.

Die so gewonnenen Erkenntnisse bildeten die Basis für eine ECDI-Fachtagung mit integriertem Workshop in Düsseldorf. Im Fokus stand die sofortige Versorgung des zahnlosen Kiefers mittels vier, fünf oder sechs Implantaten und festsitzendem sofortigem Zahnersatz. Der Lingener Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg Dr. Dr. Alfons Eißing, der als einer der erfahrensten All-on-4-Spezialisten in Deutschland gilt, demonstrierte mit einer Versorgung einer Patientin den neuesten Stand dieses Eingriffs.

Die Empfehlungen der ECDI-Experten: "Das All-on-4-Verfahren erweitert das Spektrum der Versorgungsoptionen mit Zahnimplantaten dann, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind", berichtet ECDI-Mitglied Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Chefarzt am Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel. Dazu gehören von Seiten des Patienten:

- ein guter allgemeiner Gesundheitszustand 
- eine hohe Hygienemotivation 
- eine gute Qualität des Kieferknochens 
- nur bedingt fortgeschrittener Abbau des zahnlosen oder wenig 
  bezahnten Kieferknochens 
- eine gesunde und ausreichend feste Mundschleimhaut 

Ideale Bedingungen seitens des behandelnden Teams sind gegeben, wenn

   - erfahrene Implantologen (Kieferchirurgen, Fachzahnärzte für 
Oralchirurgie), eng mit Zahnärzten für Parodontologie und Prothetik 
sowie mit Zahntechniken und Prophylaxe-Assistenten kommunizieren und 
kooperieren. 

- die Einbettung in ein gut funktionierendes Netzwerk auf allen Behandlungsebenen von der Planung über die Chirurgie, die Erstellung der implantatgetragenen Prothetik bis zur engmaschigen Nachsorge sichergestellt ist. Sind alle dieser Vorgaben erfüllt, kann die Methode All-on-4 für Patienten am Übergang zur Zahnlosigkeit, für Angstpatienten sowie für Patienten mit knappem Zeitbudget geeignet sein, empfehlen die ECDI-Experten.

Sie sehen allerdings häufiger Patienten, bei denen das gewünschte Ergebnis mit der All-on-4-Versorgung nicht erreicht wurde und bei denen umfangreiche Neu- und Nachversorgungen erforderlich wurden. "Voraussetzung für den nachhaltigen Behandlungserfolg ist die sorgsame Prüfung jedes Einzelfalls", erklärt ECDI-Geschäftsführer Dr. Bernhard Brinkmann von der Zahnklinik ABC Bogen in Hamburg: "Eine standardisierte All-on-4-Versorgung sozusagen aus der Schublade wäre hochgradig unverantwortlich und könnte fatale Folgen haben."

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