OV: Romneys letzter Joker Thema: Präsidentschaftswahl in den USA Von Henrik Zein

   

Vechta (ots) - Knapp drei Monate vor der US-Präsidentschaftswahl zieht der republikanische Bewerber Mitt Romney seinen vielleicht schon letzten Joker aus dem Ärmel. Mit der Ernennung des konservativen Paul Ryan zum Vizepräsidentschafts-Kandidaten versucht Romney, einen bislang ziemlich verkorksten Wahlkampf doch noch zum Guten zu wenden. Ein sehr mutiger, aber auch riskanter Schritt.

Paul Ryan gilt als knallharter Reformer. Er will Sozialprogramme kürzen und lehnt die Obama'sche Gesundheitsreform ab. Mit seiner Nominierung kommt es im US-Wahlkampf zu einer weiteren Polarisierung. Das republikanische Spitzen-Duo wird versuchen, Obama an seinen Schwachpunkten anzugreifen: hohe Arbeitslosigkeit, geringes Wirtschaftswachstum und hohe Staatsschulden.

Aber die Ernennung Ryans birgt auch eine große Gefahr. Denn mit dem polarisierenden 42-Jährigen wird es den Republikanern schwerer fallen, gemäßigte Wähler zu gewinnen. Obama wird sich darauf konzentrieren, seine Gegner als unsozial und mittelstandsfeindlich darzustellen. Der Lagerwahlkampf - sozial gegen marktliberal - wird sich also weiter verschärfen.

Eines ist nach der überraschenden Nominierung Ryans auf jeden Fall gewiss: Die Amerikaner stehen im November vor einer echten Richtungswahl über die politische Zukunft ihres Landes. Noch dürfte Obama leicht vorne liegen - aber Romneys Joker Paul Ryan könnte durchaus stechen.

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