Zweifel an Wirksamkeit der Diesel-Nachrüstung
Häufig offenbar nur geringe Schadstoffminderung
ARD-Wirtschaftsmagazin "Plusminus" (SWR) berichtet morgen
Baden-Baden (ots) - Wer seinen Diesel-PKW nachrüstet, wird belohnt. Das Gesetz ist verabschiedet. Werkstätten und Automobilclubs werben intensiv um Autofahrer, die ihr Fahrzeug nachträglich mit einem Rußpartikel-Filter ausrüsten lassen. Dafür winkt ein Bonus bei der Kfz-Steuer von 330 Euro und eine günstigere Steuerklasse. Aber mehrere bisher nicht veröffentlichte Studien, die dem ARD-Wirtschaftsmagazin "Plusminus" (SWR) vorliegen, legen jetzt den Schluss nahe, dass viele der Nachrüstsätze bei weitem nicht die geforderte Schadstoff-Minderung erzielen. Das berichtet "Plusminus" am Dienstag, 11.9.2007, um 21.50 Uhr im Ersten.
Die SWR-Redaktion bezieht sich auf mehrere aktuelle Studien namhafter Prüfinstitute, die bei einigen der Filtersysteme nur geringe Verminderungen des Rußpartikel-Ausstoßes festgestellt haben. Sie lagen weit unter den geforderten 30 Prozent. Bei einigen preiswerten Nachrüstsätzen liegt demnach die Schadstoff-Reduzierung nur bei etwa 10 bis 20 Prozent. Eine der Studien zeigt zudem, dass bei einzelnen Systemen der Benzinverbrauch spürbar ansteigt und ein Leistungsverlust des Motors möglich ist. Das Gutachten schließt sogar Schäden am Fahrzeug nicht aus.
Von "Plusminus" befragte Experten stellen aufgrund dieser Ergebnisse die aktuell geltenden Prüfnormen für die Zulassung beim Kraftfahrtbundesamt in Frage. In der Praxis sei die Wirkung der Rußpartikel-Filter oft geringer als in den genormten Tests. Nach Informationen der "Plusminus"-Redaktion hat das Kraftfahrtbundesamt mittlerweile reagiert und seinerseits Nachprüfungen der Filtersysteme eingeleitet.
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