Bundespolizeipräsidium (Potsdam)

BPOLP Potsdam: Bundespolizei zerschlägt europaweites Schleusernetzwerk. 10 Festnahmen in Deutschland und Italien wegen des Verdachts der gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusung von Ausländern.

BPOLP Potsdam: Bundespolizei zerschlägt europaweites Schleusernetzwerk. 10 Festnahmen in Deutschland und Italien wegen des Verdachts der gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusung von Ausländern.
Beschlagnahmte Beweismittel

Potsdam (ots) - In den frühen Morgenstunden des 16. Dezember 2014 haben ca. 400 Bundespolizisten im Rhein-Main-Gebiet sowie in den Großräumen Dortmund und Hamburg insgesamt 25 Wohnungen durchsucht und 8 Haftbefehle gegen mutmaßliche Angehörige eines eritreischen Schleusernetzwerkes vollstreckt. Eine Festnahme erfolgte in Italien auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Dortmund durch die dortigen Behörden. Die Auslieferung des Festgenommenen nach Deutschland wird beantragt. Bereits am 9. Dezember 2014 erfolgten in dem Zusammenhang die Vollstreckung von 2 Haftbefehlen und 5 Wohnungsdurchsuchungen in Deutschland. Hierbei wurde auch eine geladene Pistole beschlagnahmt.

Die gesuchten Personen ließen sich ohne Widerstand festnehmen. Bisher schweigen alle zu den jeweiligen Tatvorwürfen. Die Einsatzkräfte der Bundespolizei, darunter auch Spezialkräfte, konnten bei den Durchsuchungen zahlreiches Beweismaterial sicherstellen.

Die Beschuldigten sind allesamt eritreische Staatsangehörige. Sie stehen im dringenden Verdacht, gegen die Zahlung teils hoher Geldsummen 74 Schleusungen von mindestens 700 Landsleuten organisiert und durchgeführt zu haben. Die Schleusungsroute verlief dabei jeweils von Italien in das Bundesgebiet und andere Schengenstaaten.

Zwischen 700 und 800 Euro hatten die geschleusten Personen allein für die Reise von Italien nach Deutschland zu entrichten. Sofern eine Schleusung nach Skandinavien geplant war, war hierfür ein Aufpreis von 400 Euro pro Person zu bezahlen.

Die weiteren Ermittlungen in Deutschland und Italien dauern an.

Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, bemerkt dazu: "Nachdem die Bundespolizei bereits am 2. Dezember 2014 einen eritreischen Schleuser festgenommen hatte, der für das Ertrinken von bis zu 244 Geschleusten auf dem Mittelmeer hauptverantwortlich sein soll, ist den Sicherheitskräften am heutigen Tag erneut ein bedeutender Schlag gegen ein organisiertes, europaweit agierendes eritreisches Schleusernetzwerk gelungen. Hinweise häufen sich, dass zwischenzeitlich mit Schleusungen mehr Geld verdient wird als mit dem Handel von Drogen. Das ist für die organisierte Kriminalität hochattraktiv - nicht nur in Deutschland. Eritreer, die in Italien bewusst kein Asyl beantragen, aber in Deutschland, um von hier aus menschenunwürdige Schleusungen zu organisieren, belegen so das wahre Motiv: Kasse machen!"

Rückfragen bitte an:

Bundespolizeipräsidium (Potsdam)
Ivo Priebe
Telefon: (0331) 9799 79410 o. Mobil 0173/2553172
Fax: (0331) 97 99 93 895
E-Mail: presse(at)polizei.bund.de
www.bundespolizei.de
Original-Content von: Bundespolizeipräsidium (Potsdam), übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Bundespolizeipräsidium (Potsdam)

Das könnte Sie auch interessieren: