BPOL-HB: Nasenbeinbruch: Zugbegleiter angegriffen

Bremen (ots) - ICE Hannover - Bremen / Hauptbahnhof Bremen, 02.03.2016 / 20:26 Uhr

Ein 30-jähriger Mann ist im ICE 776 von Hannover nach Bremen ausgerastet: Am Mittwochabend schlug er so massiv auf den 33-jährigen Zugbegleiter ein, dass der Bahnmitarbeiter mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Ein 59-jähriger Fahrgast bewies Zivilcourage - er setzte den Angreifer mit Tierabwehrspray außer Gefecht. Bundespolizisten nahmen den 30-Jährigen bei Ankunft des Zuges in Bremen fest.

Schon bei der Fahrausweiskontrolle verhielt sich der 30-jährige Türke aggressiv und beleidigte mehrere Zugbegleiter: Weil sein Niedersachsenticket im ICE nicht gültig war, sollte er sich ausweisen, um das erhöhte Beförderungsendgeld einfordern zu können. Als der direkt vor ihm stehende Zugbegleiter ankündigte, die Bundespolizei zu informieren, wurde er geschubst, geschlagen und getreten, bis der 59-jährige Fahrgast Nothilfe leistete und den 30-Jährigen mit Tierabwehrspray zur Raison brachte.

Der ICE fuhr unmittelbar darauf in Bremen ein; der Angreifer taumelte aus dem Zug, kniete auf dem Bahnsteig und klagte über Augenschmerzen. In Handschellen wurde er abgeführt. Auf der Wache spülten die Bundespolizisten seine Augen aus. Dabei warf der Mann die Wasserflasche auf den Boden und zerbrach sie. Nach der Strafanzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung wurde er entlassen.

Für den Zugbegleiter endete der Dienst mit der Einlieferung ins Krankenhaus: Schock, diverse Gesichtsprellungen und eine gebrochene Nase.

Der Form halber muss wegen des Einsatzes von "Tierabwehrspray gegen eine Person" auch bei geleisteter Nothilfe ermittelt werden. Der Fahrgast hatte Angst um das Leben des Zugbegleiters - insofern dürften ihn bei der Prüfung der Verhältnismäßigkeit keine Rechtsfolgen treffen, was aber im Ermessen der Staatsanwaltschaft liegt. Aus Sicht der Bundespolizei hat er im konkreten Fall hervorragende Zivilcourage gezeigt.

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