Bundespolizeiinspektion Bremen

BPOL-HB: Bundespolizei stellt Täter: Mit Laserpointer Lokführer geblendet

Foto Bundespolizeiinspektion Bremen

Bremen (ots) - Hauptbahnhof Bremen, 28.01.2014 / 23:58 Uhr

Mit einem brandgefährlichen Laserpointer hat ein 46-jähriger Mann zur Mitternachtszeit den Triebfahrzeugführer einer Nordwestbahn im Bremer Hauptbahnhof geblendet. Bundespolizisten nahmen den Täter fest. Nur durch viel Glück wurde der 50-jährige Triebfahrzeugführer nicht verletzt und konnte seinen Zug stoppen.

Die Nordwestbahn 82177 von Bremen-Vegesack fuhr um 23:58 Uhr auf Gleis 9 ein, als der grüne Laserstrahl den Triebfahrzeugführer blendete. Er konnte nichts mehr sehen. Nur weil er ohnehin gerade die Bremsung einleitete, konnte er die Bahn noch rechtzeitig am Bahnsteig stoppen.

Eine Zugbegleiterin bemerkte den Täter ebenfalls, als er noch mit dem nur bleistiftgroßen Laser hantierte. Sie rief die Bundespolizei. Der Mann wohnt in Bremen. Er gab in seiner ersten Befragung an, dass er den Laserpointer "reparieren" wollte und damit versehentlich auf die Zugscheibe geleuchtet habe. Trotzdem wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Selbst Fahrlässigkeit schützt bei diesem Tatbestand nicht vor Strafe. Die Bundespolizisten stellten den Laserpointer sicher. Ermittlungen dauern an.

Erst am Samstag hat ein noch unbekannter Täter einen 35-jährigen Lokführer der Nordwestbahn in der Nähe von Wildeshausen geblendet. Der Mann musste seinen Dienst abbrechen.

Der Lokführer eines Güterzuges wurde zwischen Oberneuland und Sagehorn am 18.10.2013 geblendet und konnte erst nach 20 Minuten weiterfahren.

So registrierte die Bundespolizeiinspektion Bremen innerhalb eines Jahres außerdem vier weitere Attacken gegen Flugzeuge. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen.

Jüngst verurteilte das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen einen 16-Jährigen, der im oberbayerischen Farchant einen Triebfahrzeugführer geblendet hatte, zu 14 Tagen Arrest in einer Jugendstrafanstalt. Sein 23-jähriger Mittäter, dem der Handlaser gehörte, erhielt eine Freiheitsstrafe, die auf sechs Monate zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss er 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Die Bundespolizeiinspektion Bremen empfiehlt, jedes Hantieren mit Laserpointern im öffentlichen Verkehrsraum sofort zu melden und die Besitzer auf Gefahren hinzuweisen.

Hintergründe der Gefahren:

Selbst auf große Entfernung können die Strahlen von Laserpointern nach einem Augenblick irreparable Netzhautverbrennungen verursachen, was wörtlich zu betrachten ist - 0,2 Sekunden reichen aus. Sehschwächen bis hin zur Erblindung können eintreten. Verbrennungen an Fingern heilen, Nervenzellen der Augen nicht. Werden Laserpointer auf Kraftfahrer, Lokführer oder Piloten gerichtet, wird die Allgemeinheit erheblich gefährdet.

In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass selbst bei schwächeren roten Laserstrahlen für mindestens 20 Sekunden keine Sehfähigkeit mehr besteht. Folglich befinden sich Opfer von Attacken im "totalen Blindflug", denn sie können keine Anzeigen mehr ablesen.

Zunächst unbemerkt treten Verletzungen durch nicht sichtbare Infrarotstrahlung auf: Vielen billigen Geräten fehlen Infrarotfilter, obwohl ihre UV-Strahlung sogar bis zu neunmal höher sein kann, als die sichtbaren grünen Strahlen.

Medienhinweise:

Auf den anliegenden Bildern ist der vom Täter verwendete Laserpointer im Einsatz. Dabei ist es in Bezug auf die Gefahr unerheblich, dass die Entfernung für das Symbolfoto nur wenige Zentimeter beträgt. Wird ein Laserstrahl auf die Front eines Zuges gerichtet, ermittelt die Bundespolizei wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr - egal ob der Strahl direkt einen Lokführer trifft. Das Anstrahlen von Scheiben ist ebenfalls verboten. Es können Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung folgen.

Rückfragen bitte an:

Bundespolizeiinspektion Bremen
Pressesprecher
Holger Jureczko
Telefon: 0421 16299-604 o. Mobil: 0172 893 8080
E-Mail: holger.jureczko@polizei.bund.de
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