Bundespolizeidirektion Koblenz

BPOLD-KO: Internationale Polizeiaktion in Deutschland und Italien Ermittlungsbehörden zerschlagen Schleusernetzwerk --Festnahmen in Deutschland und Italien bei über 700 Geschleusten--

Frankfurt/M-Darmstadt-Dortmund-Hamburg (ots) - Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaften Darmstadt, Dortmund und Frankfurt am Main, der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Bexbach und des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main:

In den frühen Morgenstunden wurden heute durch die Bundespolizei im Rhein-Main-Gebiet sowie im Großraum Dortmund und Hamburg insgesamt 25 Wohnungen durchsucht und 7 Haftbefehle gegen mutmaßliche Angehörige eines kriminellen Schleusernetzwerkes vollstreckt. Zwei weitere Haftbefehle, deren Vollstreckung ebenfalls für den heutigen Tag in Frankfurt am Main geplant war, mussten bereits am 09. Dezember von Einsatzkräften der Bundespolizei vollzogen werden. Gründe für die vorzeitige Verhaftung waren Erkenntnisse, dass sich die zwei Tatverdächtigen nach Kanada absetzen wollten und einer der Tatverdächtigen sich inzwischen in den Besitz einer Schusswaffe gebracht hat.

Die Beschuldigten stehen im dringenden Verdacht, gegen die Zahlung von teils hohen Geldsummen Schleusungen eritreischer Staatsbürger von Italien in das Bundesgebiet und andere Schengenstaaten organisiert und durchgeführt zu haben.

An die 400 Einsatzkräfte der Bundespolizei konnten bei den Durchsuchungen zahlreiches Beweismaterial sicherstellen. Die gesuchten Personen ließen sich ohne Widerstand festnehmen. Bisher schweigen alle zu den jeweiligen Tatvorwürfen.

Die polizeilichen Einsatzmaßnahmen von heute Morgen beruhen auf umfangreichen Ermittlungen im Rahmen einer Gemeinsamen Ermittlungsgruppe der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Bexbach und des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main, die im Auftrag der Staatsanwaltschaften Frankfurt/Main, Darmstadt und Dortmund seit Dezember 2013 geführt werden.

Die Ermittlungskooperation zwischen der Bundespolizei und der Hessischen Landespolizei hatte bereits im Vorjahr zu sehr konkreten Ermittlungsergebnissen im Bezug auf die organisierte Einschleusung von eritreischen Staatsangehörigen im Rhein-Main-Gebiet geführt. Aufgrund dieser Ergebnisse kam es bereits zu diesem Zeitpunkt zu einer intensiven Zusammenarbeit auf internationaler Ebene mit der Polizei in Mailand / Italien. So konnten die Ermittlungen in Deutschland und Italien abgestimmt und gemeinsam weitergeführt werden. Auch die italienischen Behörden haben heute, zeitgleich mit den Aktionen in Deutschland einen Tatverdächtigen Schleuser festgenommen, für den ein europäischer Haftbefehl vorlag. Diese Festnahme der italienischen Behörden erfolgte auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Dortmund. Die Auslieferung des Festgenommenen nach Deutschland wird beantragt.

Bei den mutmaßlichen Mitgliedern des heute ausgehobenen internationalen Netzwerks handelt es sich um in Deutschland und Italien ansässige Tatverdächtige mit eritreischer Abstammung.

Die Täter hatten sich darauf spezialisiert, ihre Landsleute, die zuvor teilweise unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Italien gelangt waren, über Österreich, die Schweiz oder Frankreich nach Deutschland und von dort teilweise weiter nach Skandinavien zu schleusen. Gegen die in Deutschland ansässigen Tatverdächtigen besteht dringender Tatverdacht die Einschleusung von mindestens 700 Personen in 74 Fällen durchgeführt zu haben.

Ihre Taten ließen sich die mutmaßlichen Schleuser reichlich entlohnen. Zwischen 700 und 800 Euro hatten die geschleusten Personen allein für die Reise nach Deutschland zu entrichten. Sofern eine Schleusung nach Skandinavien geplant war, war hierfür ein Aufpreis von 400 Euro pro Person zu entrichten.

Die weiteren Ermittlungen in Deutschland und Italien dauern an.

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