Bundespolizeidirektion Sankt Augustin

BPOLD STA: Rollwagen im Gleis - ICE fährt in Hindernis - 104 Reisende evakuiert - Bundespolizei nahm Ermittlungen auf

BPOLD STA: Rollwagen im Gleis - ICE fährt in Hindernis - 104 Reisende evakuiert - Bundespolizei nahm Ermittlungen auf
ICE und Ersatzzug

Mülheim an der Ruhr (ots) - Zu einem Bahnbetriebsunfall im Bereich der Zugstrecke zwischen Mülheim Styrum und Mülheim Hauptbahnhof kam es gestern Abend (17. Februar), um 23.07 Uhr. Ein mit 104 Personen besetzter ICE fuhr gegen einen im Gleis befindlichen Gerätewagen einer Baufirma. Dieser wurde komplett zerstört. Personen kamen nicht zu Schaden.

Der Zug befand sich mit ca. 150 km/h auf der Fahrt von Duisburg nach Essen. Zwischen Mülheim Styrum und Mülheim Hauptbahnhof erkannte der Lokführer ein Hindernis im Gleis und leitete eine Schnellbremsung ein. Der Zusammenstoß mit dem Gegenstand konnte jedoch nicht verhindert werden.

Erste Ermittlungen der Bundespolizei ergaben, dass am Unfallort eine Baustelle eingerichtet wurde. Im Bereich der Gleisanlagen sollte ein Stahlzaun errichtet werden. Seitens der ausführenden Baufirma wurde für das betroffene Gleis eine Streckensperrung beantragt, welche durch den zuständigen Fahrdienstleiter in Essen ordnungsgemäß durchgeführt wurde.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen stellten die Arbeiter einen Rollwagen, der zum Transport der Zaunfelder diente, irrtümlich in das nicht gesperrte Ferngleis.

Durch den Zusammenprall mit dem Zug schleuderte der Rollwagen aus dem Gleis und wurde völlig zerstört. Die Arbeiter konnten den Gleisbereich zuvor rechtzeitig verlassen.

Am Unfallzug entstanden Beschädigungen im vorderen Bereich. Der Zugführer (51) beendete seinen Dienst und wurde abgelöst.

Der am Unfallort anwesende Notfallmanager der DB AG sorgte für einen Ersatzzug. Dieser wurde parallel zum stehenden Zug bereitgestellt. Über eine aufgelegte Brücke konnten die 104 Reisenden den Zug wechseln und um 01:20 Uhr ihre Fahrt fortsetzen.

Verletzte Personen wurden nicht bekannt. Nachdem auch der Unfallzug den Streckenabschnitt verlassen hatte, wurde die Streckensperrung für beide Gleise gegen 02.30 Uhr aufgehoben.

Gegen einen 42-jährigen Mitarbeiter der Baufirma wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Bahnverkehrs eingeleitet. Die Ermittlungen durch den Fachdienst der Bundespolizei dauern an.

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