Bundespolizeidirektion Sankt Augustin

BPOLD STA: Bilanz zum Jahreswechsel der Bundespolizei im Ruhrgebiet

BPOLD STA: Bilanz zum Jahreswechsel der Bundespolizei im Ruhrgebiet
Foto: Bundespolizei

Dortmund - Essen - Hagen - Schwerte - Holzwickede - Hilchenbach - Marl (ots) - In der Silvesternacht (18:00 bis 09:00 Uhr) mussten Einsatzkräfte der Bundespolizei, insgesamt 60 Einsätze auf Revierbahnhöfen und Zügen bewältigen. Neben der allgemeinen Kriminalität - 9 Diebstähle, 10 Beförderungserschleichungen, 3 Betrugsdelikte und 3 Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, beschäftigten auch immer wieder Körperverletzungen die Bundespolizei.

Gegen 18:00 Uhr stellten Bundespolizisten insgesamt 25 Knallkörper (frei verkäuflich ab 18 Jahre) bei einem 14-jährigen Dortmunder sicher. Der Jugendliche hielt sich in einer größeren Personengruppe, auf dem Vorplatz des Dortmunder Hauptbahnhofs auf. Weil immer wieder Feuerwerkskörper aus der Gruppe gezündet wurden, überprüften Einsatzkräfte auch den Dortmunder. Auf Grund seines jugendlichen Alters wurden daraufhin seine Knallkörper sichergestellt.

Im Hagener Hauptbahnhof überprüften Bundespolizisten gegen 18:00 Uhr einen 21-jährigen Mann aus Hilchenbach (Kreis Siegen-Wittgenstein), weil er einen Zug ohne Fahrausweis genutzt hatte. Während der Kontrolle fiel dem Beförderungserschleicher ein Tütchen mit Marihuana aus seiner Jackentasche. Die Drogen wurden sichergestellt. Gegen den 21-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Gegen 20:40 Uhr kam es in einer Eurobahn (Soest - Dortmund) zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen fünf Asylbewerbern. Zeugenaussagen zufolge sollen zwei Afghanen aus Holzwickede (23/29), auf drei Syrer (17/ 22/ 27) eingeschlagen und sie mit Bierflaschen beworfen haben. Die Bundespolizei nahm die Personalien der Beteiligten und Zeugen auf. Gegen die beiden Holzwickeder wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Kurz vorm Jahreswechsel forderten Bahnmitarbeiter einen 42-jährigen Mann aus Marl auf den Essener Hauptbahnhof zu verlassen. Dieser war bereits mehrfach aufgefallen, weil er Reisende belästigt hatte. Der Marler beleidigte daraufhin einen der Sicherheitsmitarbeiter und trat ihn. Die Bundespolizei führte den Mann aus dem Bahnhof und erteilte ihm einen Platzverweis. Gegen den polizeibekannt Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidung, Hausfriedensbruch und Körperverletzung eingeleitet.

Einen Einkaufswagen warfen bislang Unbekannte, kurz nach Mitternacht (00:12 Uhr), in die Gleisanlagen der Bahnstrecke Dortmund West - Dortmund Hauptbahnhof. Eine S-Bahn, die planmäßig am S-Bahn Haltepunkt Dortmund West halten wollte, konnte noch vor dem Hindernis stoppen. Der 33-jährige Triebfahrzeugführer der S-Bahn räumte den Gegenstand aus den Gleisen. Unmittelbar danach erschienen drei maskierte Männer und bedrohten den 33-Jährigen mit den Worten:" Wenn du jetzt die Bullen rufst, dann bekommst du was gegen den Kopf". Anschließend besprühten sie den Zug auf einer Fläche von 30 Quadratmetern mit Lackfarbe und flüchteten unerkannt. Einsatzkräfte der Bundespolizei fahndeten im Nahbereich nach den Männern. Angetroffen wurde jedoch niemand. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Nötigung und Sachbeschädigung eingeleitet. Personen die Hinweise zum Sachverhalt geben können, werden gebeten, sich mit der Bundespolizei unter 0800 6 888 000 in Verbindung zu setzen.

Eine handfeste Auseinandersetzung lieferten sich eine 17-jährige Frau aus Schwerte und ein 23-jähriger Dortmunder im Hauptbahnhof (01:25 Uhr). Bundespolizisten trennten die "Streithähne". Zeugenaussagen zufolge solle es von der verbalen, zu der körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein. Dabei hätten sich die streitenden Parteien gegenseitig in den Haaren gezogen. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung - das Hemd des Dortmunders wurde beschädigt - eingeleitet.

Kurz darauf, gegen 02:00 Uhr, gerieten zwei Männer im Dortmunder Hauptbahnhof in Streit und schlugen sich gegenseitig. Als ein 42-jähriger Dortmunder dabei zu Boden ging, trat sein 48-jähriger Kontrahent, ihm in sein Gesicht. Dabei wurde er durch eine Platzwunde verletzt. Bundespolizisten trennten die Männer und leiteten gegen den alkoholisierten 48-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung ein.

Besonders brutal ging gegen 03:00 Uhr ein 19-Jähriger vor. Er war mit einem 28-Jährigen aneinander geraten und schlug diesem mit einem Teleskopschlagstock auf den Hinterkopf. Dabei wurde der 28-jährige Dortmunder leicht verletzt. Der Schlagstock wurde sichergestellt. Gegen den 19-Jährigen, ebenfalls aus Dortmund stammenden Tatverdächtigen, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Zum Einsatz von Pfefferspray kam es gegen 04:20 Uhr in einem Schnellrestaurant im Dortmunder Hauptbahnhof. Ein Unbekannter sprüht im Verkaufsraum mit Pfefferspray herum. Mehrere Personen wurden an den Augen verletzt. Hinweise auf einen Tatverdächtigen konnten nicht gewonnen werden. Auch hier wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Bundespolizisten sicherten Videoaufzeichnungen aus dem Restaurant. Die Ermittlungen dauern an.

Eine wertvolle Pelzstola wurde gegen 06:30 Uhr, einer 19-jährigen Frau aus Marl entwendet. Die Frau hielt sich in einem Schnellrestaurant am Essener Hauptbahnhof auf und hatte das Bekleidungsstück auf einem Stuhl abgelegt. Kurz darauf stellte sie den Verlust der 600 EUR teuren Stola fest. Die Bundespolizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls ein.

Kurz darauf, gegen 07:00 Uhr, belästigte eine 31-jährige Frau aus Italien, Gäste eines Schnellrestaurants am Essener Hauptbahnhof. Als eine 42-jähriger Mitarbeiterin sie daraufhin aus dem Lokal verwies, bedroht die 31-Jährige sie mit den Worten:" Du Schlampe, ich komme aus Italien, komm raus, da warten schon meine Brüder auf dich! Dann kannst Du was erleben!" Die Bundespolizei leitete gegen die Tatverdächtige ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung, Nötigung und Hausfriedensbruch ein. Die Brüder der 31-Jährigen hielten sich nicht vor dem Restaurant auf!

Für die Bundespolizei, welche für die großen Bahnhöfe im Ruhrgebiet zuständig ist, handelt es sich um einen "normalen" Jahreswechsel.

Nicht normal sind jedoch die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber den Einsatzkräften und die immer mehr umsichgreifende Solidarisierung von unbeteiligten Personen gegen Einsatzmaßnahmen der Bundespolizei in Bahnhöfen und Zügen. Die Bundespolizei wird diesen besorgniserregenden Trend auch 2016 im Auge behalten und für sich bewerten.

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Volker Stall
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