Bundeskriminalamt

BKA: Viertel Millionster Datensatz in DNA-Analysedatei eingestellt
Jede fünfte Spur kann Tatverdächtigem zugeordnet werden

    Wiesbaden (ots) - In der DNA-Analysedatei des Bundeskriminalamtes (BKA) ist nun der 250.000. Datensatz erfasst worden. Die Zahl setzt sich zusammen aus rund 216.000 Personen- und 34.000 Spurendatensätzen.

    Bis Ende 2002 wurden seit Einrichtung der Datei im April 1998 bundesweit 9.615 Treffer erzielt, dabei konnten in 6.599 Fällen Hinweise auf Tatverdächtige erlangt und in 3.016 Fällen Tatzusammenhänge erkannt werden. Allein im Jahr 2002 konnten insgesamt in 3.673 Fällen Tatverdächtige ermittelt und in 1.539 Fällen Taten zusammengeführt werden.

    Die Aufklärungsquote mit Hilfe der DNA-Analysedatei stieg 2002 auf über 19 Prozent im Vergleich zu 16 Prozent im Jahr 2001. Zur Zeit kann also etwa jede fünfte eingestellte Spur einem Tatverdächtigen zugeordnet werden. Die Steigerung der Aufklärungsquote lässt sich auf die im Jahr 2002 vermehrte Erfassung von Spurendatensätzen zurückführen: Der Spurenanteil in der DNA-Analysedatei stieg von knapp elf auf über 13 Prozent.

    Unter den im Jahr 2002 aufgeklärten Straftaten waren 3.094 Diebstahlsdelikte, gefolgt von 250 Raubtaten und Erpressungen, 135 Sexualstraftaten und 66 Tötungsdelikten.

    In der DNA-Analysedatei werden von den Landeskriminalämtern und dem Bundeskriminalamt DNA-Identifizierungsmuster - in Form eines Zahlencodes - erfasst. Diese DNA-Muster stammen von am Tatort gesicherten Spuren sowie von beschuldigten oder verurteilten Personen. Voraussetzung für die Einstellung in die Datei ist eine Straftat von erheblicher Bedeutung. Zudem muss ein richterlicher Beschluss vorliegen oder eine Freiwilligkeitserklärung des Betroffenen; auch muss von einer Strafverfolgungsbehörde zusätzlich eine Wiederholungsgefahr prognostiziert werden.

    "Bei der Spurenzuordnung zu Verdächtigen ist die DNA-Analysedatei - neben der Personenfeststellung über Fingerabdrücke - das zweite Standbein bei der Identifizierung von Tatverdächtigen. Viele Ermittlungserfolge wären ohne die DNA-Analysedatei ausgeblieben. Mit ihrer Hilfe werden auch schwerste Straftaten wie Tötungsdelikte aufgeklärt, die zum Teil zehn oder mehr Jahre zurückliegen", sagt Dr. Ulrich Kersten, Präsident des Bundeskriminalamtes.

    In Europa haben inzwischen 20 Länder eine nationale DNA-Datenbank eingerichtet. Deutschland besitzt nach Großbritannien die zweitgrößte DNA-Analysedatei.

    Beispiel-Fälle: - Im Juni 1996 wurde ein 13-jähriger Junge in Darmstadt ermordet. Umfangreiche Ermittlungen führten nicht zum Täter. Im März 2002 - fast sechs Jahre nach der Tat - ist ein Mann in Berlin durch Abgleich in der DNA-Analysedatei der Tat überführt worden. Der Mann saß in Berlin wegen Diebstahlsdelikten im Gefängnis. Weil bei ihm Wiederholungsgefahr bestand, war er in die DNA-Datei aufgenommen worden.

    - Am 22. Dezember 1995 wurde eine 20-jährige Frau im Regionalzug Dresden-Zwickau geknebelt, vergewaltigt und aus dem Zug geworfen. Sie erstickte an dem Knebel. Nachdem die Ermittlungen vier Jahre ohne Erfolg geblieben waren, wurde über die DNA-Analysedatei ein Mann identifiziert, der bereits seit 1996 wegen eines anderen Tötungsdeliktes in Baden Württemberg im Gefängnis saß.

ots-Originaltext: Bundeskriminalamt

Digitale Pressemappe:
http://www.polizeipresse.de/p_story.htx?firmaid=7

Rückfragen bitte an:
Bundeskriminalamt

Pressestelle
Telefon:0611-551 2331
Fax: 0611-551 2323

Original-Content von: Bundeskriminalamt, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Bundeskriminalamt

Das könnte Sie auch interessieren: