Feuerwehr Herdecke

FW-EN: Spannender Ausbildungstag am Institut der Feuerwehr NRW - Seltene Übungsmöglichkeiten genutzt - (Bilder vorhanden!)

Patientenversorgung bei einem Unfall

Herdecke (ots) - Einen besonderen Ausbildungstag hat die Feuerwehr Herdecke am vergangenen Samstag erlebt. Die Wehr hatte die seltene Gelegenheit auf dem Übungsgelände am Institut der Feuerwehr NRW in Münster zu üben.

Am frühen Samstagmorgen machten sich die 19 Feuerwehr Einsatzkräfte mit drei Fahrzeugen in Richtung Münster-Handorf auf. Dort ist für die Ausbildung von Feuerwehrleuten eine kleine Stadt mit echten Gebäuden und Objekten (wie Straßenbahn, Eisenbahn, PKWs und Kesselwagen) nachgebaut. Auch das Deutsche Rote Kreuz Witten begleitete die Feuerwehr nach Münster.

Ab 10 Uhr standen die ersten Übungen auf dem Programm. So wurde das Vornehmen von tragbaren Leitern am Schlauchturm geübt. Danach ging es auch schon zum ersten Übungseinsatz: Aus einem Kesselwagen der Deutschen Bahn lief Salzsäure aus. Hier mussten zunächst zwei Personen von den Feuerwehrleuten aus dem Gefahrenbereich gerettet werden. Weil hierbei besonders auf den Eigenschutz der Kräfte geachtet werden musste, trugen die Feuerwehrleute Atemschutzgeräte.

Anschließend brannte eine Gartenlaube. Dort mussten ebenfalls zwei Personen unter Atemschutz gerettet werden. Bei der nächsten Übungslage war eine Person in einer 3 Meter tiefen Baugrube zusammen gebrochen. Der ersteintreffende Rettungswagen forderte die Feuerwehr zur Menschenrettung nach. Offenbar waren hier gefährliche Gase in der Baugrube ausgetreten. Unter Atemschutz stiegen zwei Feuerwehrangehörige über eine Steckleiter in die Baugrube um den Mann zu retten.

Ein Brand in einem Übergangswohnheim mit einer starken Verrauchung im Flur war die nächste reale Einsatzübung. Hier galt es gleich eine Vielzahl von Menschen mit Fluchthauben zu retten. Anschließend wurde ein Garagenbrand simuliert. Hier erschwerten erwärmte Gasflaschen das Vorgehen der Feuerwehr. Insbesondere erwärmte Acetylenflaschen sind sehr gefährlich.

Zum Schluss wurde in einem Mehrfamilienhaus ein Wohnungsbrand simuliert. Hier wurde ein Atemschutznotfall geprobt: Ein Feuerwehrtrupp geriet in der stark verrauchten Wohnung bei Nullsicht in Gefahr. Sofort wurde die so genannte "Mayday-Lage" ausgerufen. Hinter dem Begriff versteckt sich ein spezielles Konzept zur Rettung der eingesetzten Feuerwehrleute im Atemschutzeinsatz, welches regelmäßig geübt und fortgebildet wird. Der bereitstehende Sicherheitstrupp ging sofort in das Gebäude um den eigenen Kamerad aus der gefährlichen Situation zu retten. Nach nur 2 Minuten war der verunfallte Feuerwehrangehörige (auch simuliert) aus dem Gebäude. "Die Kameraden haben hier sehr gute Arbeit geleistet und hätten dem Kameraden in der Realität das Leben gerettet. Um es so real wie möglich zu gestalten, war vorher niemandem bekannt, dass ein solcher Notfall hier simuliert wird", so der Übungsleiter.

Ein DRK-Rettungswagen stand zum Eigenschutz der ehrenamtlichen Kräfte bereit. Eine DRK-Verpflegungsgruppe war ebenfalls mitgereist, um die Teilnehmer zu verpflegen. Seit längerer Zeit besteht mit dem DRK-Witten eine gute Koorperation. Die Feuerwehr bedankt sich beim DRK für die sehr leckere Verpflegung.

Gegen 21:30 Uhr waren die erschöpften Einsatzkräfte wieder in Herdecke angekommen. Alle waren sich einig, dass es ein sehr spannender und interessanter Übungstag war. Erschöpft waren aber auch die Übungsleiter, die den Tag seit Wochen vorbereitet hatten. "Glücklicherweise hat auch das Wetter mitgespielt. Nur kurzzeitig hat es in Münster geregnet. Solche realen Übungsmöglichkeiten hat man hier in der Heimat leider nicht. Daher wird diese seltene Gelegenheit immer gerne genutzt", resümiert einer der Teilnehmer.

Fotoquelle: Pressestelle Feuerwehr Herdecke

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