Polizeiinspektion Verden / Osterholz

POL-VER: Gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Osterholz und der Polizeiinspektion Verden/Osterholz zur Verkehrsunfallstatistik 2013

POL-VER: Gemeinsame Pressemitteilung des Landkreises Osterholz und der Polizeiinspektion Verden/Osterholz zur Verkehrsunfallstatistik 2013
Tödlicher Verkehrsunfall 29.09.2013 in Schwanewede.

Landkreis Osterholz (ots) -

Unfallzahlen sinken, zudem weniger Unfälle mit schweren Folgen
Zahl der Unfallfluchten weiterhin auf hohem Niveau

Landkreis Osterholz. In einer gemeinsamen Pressekonferenz 
präsentierten der Landkreis Osterholz und die Polizeiinspektion 
Verden/Osterholz heute die offiziellen Zahlen der 
Verkehrsunfallstatistik 2013 für den Bereich des Landkreises 
Osterholz. 

1. Gesamtunfallzahlen
 Im Jahre 2013 hat die Zahl aller Unfälle im Landkreis Osterholz, die
die Polizei im Laufe des Jahres aufgenommen hat, abgenommen. 297 Mal 
weniger als im Vorjahr wurden die Beamten zu Unfällen aller Art 
gerufen (2472 Unfälle in 2013) - das entspricht einer Verringerung 
der Gesamtunfallzahl von knapp elf Prozent.
Im Vergleich zum Landestrend in Niedersachsen steht der Landkreis 
Osterholz besser da: Landesweit ist die Zahl der Unfälle minimal 
angestiegen (+0,45 %).


2. Schwere Verkehrsunfälle
 Nach den 709 registrierten Wildunfällen und 393 Unfällen beim 
"Wenden", welches häufig Unfälle mit Blechschäden auf Parkplätzen 
waren, folgen "ungenügender Sicherheitsabstand" (240), "Missachtung 
der Vorfahrt" (155) sowie "nicht angepasste Geschwindigkeit" (152) 
als Hauptunfallursache.
Die Unfallursachen bei den schweren Verkehrsunfällen, die sich im 
Landkreis Osterholz im Jahr 2013 ereigneten, waren "Missachtung der 
Vorfahrt" in elf Fällen, "Fehler beim Abbiegen" in sechs Fällen sowie
"nicht angepasste Geschwindigkeit" in vier Fällen.
Neun Menschen kamen im Jahr 2013 auf den Straßen des Landkreises 
Osterholz ums Leben. Das war ein Getöteter weniger als im vorherigen 
Jahr. "Damit ist die Zahl der Unfalltoten im dritten Jahr 
nacheinander rückläufig und erreicht das Zehnjahrestief.", so Marcus 
Neumann, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion 
Verden/Osterholz.
Hier liegt der Landkreis Osterholz im Landestrend. Die Zahl der 
getöteten Personen sank auch auf Landesebene um 15 %.

Bei den Verkehrsunfällen mit schwerverletzten Personen ist eine 
positive Tendenz festzustellen. Seit zehn Jahren sind die Zahlen 
rückläufig. 2013 gab es 63 Schwerverletzte - das waren so wenig wie 
noch nie. Insgesamt konnte die Zahl der Schwerverletzten innerhalb 
von zehn Jahren von 103 auf 63 Personen gesenkt werden (-39 %).
Von einer schweren Verletzung im Sinne des 
Verkehrsunfallstatistikgesetzes sprechen die Fachleute, wenn ein 
Verkehrsteilnehmer nach einem Unfall mindestens 24 Stunden stationär 
im Krankenhaus behandelt werden muss.
Die schwerverletzten Beteiligten sind in allen Altersgruppen zu 
finden. In der Altersgruppe der Senioren waren die meisten Toten (4) 
und Schwerverletzten (19) zu beklagen.


3. Verkehrsunfallfluchten
 Das Phänomen "Verkehrsunfallflucht" bleibt auch 2013 ein Problem. 
Zwar nahm die Zahl der Verkehrsunfallfluchten leicht ab, die Zahl 
bleibt aber auf einem hohen Niveau. In 462 Fällen entfernten sich 
Unfallbeteiligte im Jahre 2013 unerlaubt vom Unfallort. Knapp 40 % 
dieser Straftaten konnten aufgeklärt werden. Dementsprechend blieben 
die Geschädigten in ca. 60 % der Fälle auf ihren Kosten sitzen. Höher
ist das Risiko für den Unfallflüchtigen, wenn er Personen-schaden 
verursacht hat. Hier betrug die Aufklärungsquote sogar 70,37 % (2012:
52,27 %).


4. Verkehrssicherheitsarbeit
Die Polizei und der Landkreis als Straßenverkehrsbehörde arbeiten 
seit Jahren erfolgreich zusammen. Eine enge und gute Kooperation gibt
es z.B. bei Anhörverfahren nach der Straßenverkehrsordnung, wenn es 
um Verkehrsregelungen geht, und bei Unfallauswertungen sowie 
Verkehrsschauen. Der Landkreis stimmt seine 
Geschwindigkeitskontrollen mit der Polizei ab, es erfolgen auch 
gemeinsame Kontrollaktionen, wenn es z.B. um Motorradfahrer oder um 
die Vermeidung von Baumunfällen geht.

4.1 Wildunfallkommission
Ein weiterer Schwerpunkt der behördenübergreifenden Zusammenarbeit 
ist die Wildunfallkommission. Auf einer Sitzung der 
Wildunfallkommission im Oktober 2013 wurden die Wildunfallzahlen auf 
klassifizierten Straßen sowie mögliche Änderungen/Neuaufstellungen 
von Wildunfallbeschilderung erörtert. So wurde zum Beispiel im 
Bereich der Oldendorfer Landstraße 
(L128)/Landrat-Christian-Evers-Straße (K23) zeitlich befristet bis 
zum 30.06.2014 eine Tempo 70 Zone eingerichtet, nachdem ein starker 
Anstieg der Wildunfallzahlen registriert wurde.

Diese Kommission unter Geschäftsführung des Landkreises Osterholz 
besteht aus Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, den 
Straßenbaulastträgern, der Jägerschaft, der Polizei und den 
Gemeinden. Die Auswertung der polizeilich aufgenommen Vorgänge und 
den bei der unteren Jagdschutzbehörde gemeldeten Fallwildzahlen zeigt
auf, dass lange nicht jeder Wildunfall bei der Polizei angezeigt 
wird. Dies resultiert aus der Tatsache, dass eine Pflicht zur 
polizeilichen Unfallanzeige nicht besteht. Eine Bescheinigung für die
versicherungsrechtliche Schadensregulierung kann auch der zuständige 
Jagdpächter ausstellen. 

4.2  Informationsveranstaltung für Motorradfahrer
Am 12. April 2013 hatten beide Behörden in Kooperation mit dem ADAC 
eine kostenlose Informationsveranstaltung für Motorradfahrer 
organisiert. Auf dem Gelände der IGS in Osterholz-Scharmbeck bestand 
die Möglichkeit, sich bei einem Vortrag des Leiters des Institutes 
für Zweiradsicherheit in Essen, Herrn Dr. Ing. Achim Kuschefski über 
Gefahrensituationen im Straßenverkehr zu informieren. Auch die 
Verkehrswacht und das DRK waren beteiligt. Ziel der Veranstaltung war
es, die Motorradfahrer zu sensibilisieren, sich nicht nur die eigene 
Unfallgefährdung im Straßenverkehr bewusst zu machen, sondern auch 
die persönlichen Fahrfertigkeiten und die Beherrschung der Maschine 
richtig einzuschätzen. Auf dem Parkplatz der IGS waren den 
zahlreichen Interessierten an dem Abend neben Tipps und Ratschlägen 
für mehr Sicherheit im Straßenverkehr auch verschiedene Bausteine 
eines Fahrsicherheitstrainings für Biker vorgestellt worden.

4.3   Fahrschulprojekt
Ein weiteres positives Beispiel der Netzwerkbildung in einer 
Präventionspartnerschaft ist das Fahrschulprojekt, an dem sich 
inzwischen örtliche Fahrschulen mit diversen Filialen, der Landkreis 
und die Polizei beteiligen. Im Jahr 2013 wurde dieses Projekt in 18 
Fahrschulen im Landkreis Osterholz durchgeführt, es konnten ca. 400 
Fahrschülerinnen und Fahrschüler erreicht werden. Die Polizisten 
kommen mit den jungen Leuten ins Gespräch und berichten von ihren 
eigenen Erfahrungen und persönlichen Eindrücken aus der Aufnahme 
schwerer Verkehrsunfälle.
Der Landkreis Osterholz unterstützt dieses Präventionsprojekt durch 
die Bereitstellung finanzieller Mittel. 

4.4 Fahrsicherheitstraining für Fahranfänger
Der Landkreis Osterholz bezuschusst aus seinen "Blitzmitteln" auch 
ein Fahrsicherheitstraining für junge Fahranfänger beim ADAC. Die 
Teilnahme wird über die Schulen im Landkreis Osterholz organisiert. 
Geplant ist, im Rahmen des Fahrschulprojektes auch die Polizei 
einzubeziehen.

4.5 Ausblick auf das Jahr 2014
Der Landkreis Osterholz plant, im Rahmen des Sonderprogramms 
Demografie ein Projekt zum Thema "Ältere Verkehrsteilnehmerinnen und 
Verkehrsteilnehmer" durchzuführen. Dabei sind auch gezielte 
Veranstaltungen gemeinsam mit der Polizei geplant.

Weiterhin ist ein gemeinsames Modellprojekt zur Bekämpfung von 
Baumunfällen angedacht, damit insbesondere außerhalb geschlossener 
Ortschaften auf Straßen mit Baumbestand die Verkehrssicherheit erhöht
wird. 

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Verden / Osterholz
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Helge Cassens
Telefon: 04231/806-104
Mobil: 0152 / 56 88 06 04
E-Mail: pressestelle@pi-ver.polizei.niedersachsen.de

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