Polizeiinspektion Cuxhaven

POL-CUX: Polizeiinspektion Cuxhaven
Wesermarsch erreicht niedrigsten Wert an Verkehrstoten + Verletztenzahlen sinken + Präventionsprogramm für Senioren in Planung

Foto: Polizei (Archivbild aus 2011. Verkehrssicherheitsberaterin Birte Heimberg auf Fahrsimulator)

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Cuxhaven / Wesermarsch (ots) - "Seit Bestehen der Polizeiinspektion Cuxhaven / Wesermarsch haben wir die niedrigste Zahl an Verkehrstoten zu beklagen. Doch immer mehr Senioren sind gefährdet", sagte Bernd Deutschmann, Leiter der Polizeiinspektion Cuxhaven / Wesremarsch, am Freitag anlässlich der Vorstellung der Unfallbilanz für das Jahr 2012.

Polizeidirektor Holger Kliem kündigte an: "Wir werden nicht angepasste Geschwindigkeit und Drogen am Steuer auch weiterhin mit allen Mitteln bekämpfen!"

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Gesamtzahl der Verkehrsunfälle

Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Cuxhaven / Wesermarsch 18 Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang. Aufgrund eines Unfalles in Hemmoor verloren zwei Männer im Alter von 41 und 90 Jahren als Mitfahrer in einem Mietwagen ihr Leben. Somit starben im Jahr 2012 insgesamt 19 Menschen durch einen Verkehrsunfall. Drei Frauen und zwei Männer wurden bei Unfällen in der Wesermarsch tödlich verletzt. Zwei Männer starben bei Unfällen auf der A 27. Zwei Frauen und zehn Männer verloren ihr Leben bei Verkehrsunfällen im Landkreis Cuxhaven.

Im Jahr 2011 ereigneten sich im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Cuxhaven / Wesermarsch 26 Verkehrsunfälle, bei denen insgesamt 31 Menschen tödlich verletzt worden sind. Sieben von ihnen starben bei Unfällen in der Wesermarsch.

Im vergangenen Jahr starben acht Autofahrer, fünf Mitfahrer, fünf Motorradfahrer sowie ein Radfahrer.

Mit 19 Verkehrstoten hat die Inspektion den niedrigsten Stand an Verkehrstoten seit Führen der Verkehrsunfallstatistik erreicht.

Insgesamt ereigneten sich 5.487 Verkehrsunfälle (2011: 5.579) und damit 92 Unfälle weniger als im Vorjahr. Auch die Anzahl der Unfälle mit Personenschäden ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Gleichwohl machte Bernd Deutschmann, Leiter der PI Cuxhaven / Wesermarsch, im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich der Vorstellung der Unfallbilanz am Freitag deutlich, dass das Niveau der schwer Verletzten und getöteten Verkehrsteilnehmer mit insgesamt 273 Schicksalen noch immer deutlich zu hoch sei.

Risikogruppen

"Junge Fahrer" (18 bis 24 Jahre)

Die Polizei hat ihre Präventionsarbeit im Jahr 2012 abermals gezielt auf die Gruppe der jungen Fahrer ausgerichtet. Insbesondere auf großen Messen und an Schulzentren mit jungen Fahrern kam wiederholt ein Fahrsimulator zum Einsatz, den die beiden Landkreise Cuxhaven und Wesermarsch finanziert haben, um die polizeiliche Verkehrssicherheitsarbeit zu unterstützen. Vier der insgesamt 19 Verkehrstoten gehörten im Jahr 2012 der Risikogruppe der jungen Fahrer an. Im Jahr 2011 verloren insgesamt 13 Menschen dieser Altersgruppe ihr Leben bei einem Verkehrsunfall.

Senioren 65 plus

Im Jahr 2012 starben fünf Verkehrsteilnehmer im Alter zwischen 65 und 90 Jahren infolge eines Verkehrsunfalles. Besorgniserregend ist die Tatsache, dass bei jedem Unfall, in dessen Verlauf ein Senior starb, der Unfallverursacher der gleichen Risikogruppe angehörte (65 plus). Das Risiko eines tödlichen Ausgangs ist demnach erhöht, wenn zwei ältere Verkehrsteilnehmer an einem Unfall beteiligt sind. Zudem war jeder 5. Verkehrsteilnehmer, der bei einem Unfall schwer verletzt wurde, bereits 65 Jahre alt oder älter.

"Senioren machen einen Großteil unserer Bevölkerung aus. Es ist klar, dass diese Zielgruppe nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels verstärkt in unseren Blick rücken muss und Diskussionen um Gesundheitsprüfungen erforderlich sind", verdeutlichte Deutschmann. So hat die Polizei in beiden Landkreisen auch schon mehrfach den Fahrsimulator, der eigentlich angeschafft wurde, um insbesondere die jungen Fahrer zu erreichen, für die Präventionsarbeit mit älteren Verkehrsteilnehmern eingesetzt.

Das Interesse der Senioren, mithilfe dieses Simulators einmal ihre Reaktionszeit und die eigenen Fähigkeiten zu überprüfen, sei nach Auskunft des Inspektionsleiters enorm. "Ein gutes Signal", so Deutschmann, der es ausdrücklich begrüßt, wenn Verkehrsteilnehmer ihre Stärken und Schwächen erkennen und danach handeln. "Die eigene Einsicht, dass sich schwindendes Hör- und Sehvermögen enorm auf die Verkehrssicherheit auswirken können, ist eine wichtige Erkenntnis, auf die unsere Präventionsarbeit setzt", erklärt der Inspektionsleiter.

Verkehrssicherheitsarbeit soll stärker gespürt werden

Holger Kliem, Leiter Einsatz der Polizeiinspektion Cuxhaven / Wesermarsch, erklärte, dass die Prävention ein wesentliches Element der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit darstelle. Doch gerade mit Hinblick darauf, dass jeder zweite Baumunfall tödlich ende, und dass sich dreiviertel aller Unfälle mit tödlichem Ausgang außerhalb geschlossener Ortschaft ereigneten, müsse Verkehrssicherheitsarbeit auch spürbar sein. "Ohne Repression geht es nicht", so Kliem.

Da überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit nach wie vor eine Hauptursache bei den Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang darstelle, kündigte der Leiter Einsatz an: "Wir werden nicht angepasste Geschwindigkeit auch weiterhin konsequent bekämpfen. Wer rast, gefährdet sich und andere."

Die beachtliche Fläche im Landkreis Cuxhaven mit vielen Land- und Bundesstraßen bedeutet, dass die Anzahl der Kontrollen hoch sein muss, um möglichst viele Raser zu entdecken, um sie aus dem Verkehr zu ziehen.

Baumunfälle haben schwere Folgen

Im letzten Jahr endete laut Kliem statistisch jeder zweite der insgesamt 18 tödlichen Verkehrsunfälle an einem Straßenbaum. So starben 2012 insgesamt acht Menschen infolge eines sogenannten Baumunfalles im Landkreis Cuxhaven und zwei Verkehrsteilnehmer nach einem Baumunfall im Bereich des Polizeikommissariats Nordenham.

Alkohol und andere Drogen am Steuer

Den Polizeibeamtinnen und Beamten aus der Region ist es im vergangenen Jahr wieder gelungen, eine Vielzahl berauschter Verkehrsteilnehmer aus dem Verkehr zu ziehen. 593 Mal stellten sie eine Alkoholbeeinflussung beim Fahrzeugführer fest. In 291 Fällen erkannten sie den Einfluss anderer berauschender Mittel. Im Jahr 2005 registrierten sie in beiden Landkreisen insgesamt "nur" vierzig solcher Drogenfahrten.

"Wir werden auch weiterhin nicht angepasste Geschwindigkeit und Drogen am Steuer konsequent mit allen Mitteln bekämpfen", kündigte Polizeidirektor Holger Kliem an.

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