Polizeidirektion Hannover

POL-H: Die Polizei warnt vor Trickbetrügern!

Hannover (ots) - Gleich fünf Mal haben gestern und am Wochenende unbekannte Anrufer in Hannover versucht, mit sogenannten "Schockanrufen" an Geld von russischen Mitbürgern zu kommen. In zwei Fällen waren die Täter erfolgreich.

Fall Nummer 1:

Letzten Samstag gegen 10:00 Uhr hatte eine 75 Jahre alte Frau aus dem Stadtteil Mittelfeld einen Anruf von ihrem vermeintlichen "Sohn" erhalten. Dieser Mann erzählte ihr, dass er einen Unfall gehabt habe und dringend 800 Euro benötige. Ein Polizeibeamter würde zu ihr kommen, um das Geld abzuholen. Die Seniorin ging darauf nicht ein und beendete das Gespräch. Danach rief sie ihre 20-jährige Enkelin an, von der sie auf die Möglichkeit eines Trickbetruges hingewiesen wurde. Ein Rückruf von der jungen Frau bei ihrem Vater ergab, dass es keinen Unfall gegeben hatte. Anschließend erstatteten die Frauen Anzeige bei der Polizei.

Fall Nummer 2:

Ebenfalls Samstagvormittag hatte sich ein Mann bei einer 63 Jahre alten Laatzenerin gemeldet und gab sich als ihr "Bruder" aus, der wegen eines durch ihn verursachten Verkehrsunfalls Geld benötige. Das Opfer übergab etwa eine Stunde später 2 000 Euro an einen fremden Mann, den angeblich ihr "Bruder" geschickt hatte. Der Mann ist etwa 1,80 Meter groß, zirka 30 Jahre alt, schlank, hat eine "Stupsnase". Er war bekleidet mit einem Basecap, einer Jacke und einer Jeans - alles in blau. Nach der Geldübergabe telefonierte die Betrogene mit einem Familienmitglied, bemerkte die Täuschung und erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei.

Fall Nummer 3:

Am 25.02.2012 gegen 11:30 Uhr erhielt eine 45-jährige Frau aus Linden-Süd einen Anruf von einem Mann, der sich als Rechtsanwalt ausgab. Der Sohn der Frau wäre eine Treppe hinuntergefallen und hätte dabei ein Mädchen mit sich gerissen, das nunmehr schwer verletzt sei. Damit er keine Anzeige wegen Körperverletzung bekomme, solle die 45-Jährige nun Geld an den Bruder des Mädchens zahlen, der auch gleich vorbeikommen und das Geld abholen würde. Damit erklärte sich die überrumpelte Frau einverstanden. Bei einem zweiten Anruf bekam sie durch den "Anwalt" die Möglichkeit, mit ihrem "Sohn" zu sprechen. Da er aufgrund seiner Verletzungen sehr leise sprach, nahm sie an, dass es sich tatsächlich um ihren Sohn handelte und übergab 5 000 Euro an einen ihr unbekannten Mann. Später telefonierte sie mit ihrem Sohn und erkannte, dass sie einem Schwindel aufgesessen war und erstattete Anzeige. Der Abholer ist etwa 1,85 Meter groß, schlank, zirka 25 Jahre alt und hat kurze Haare, ein langgezogenes Gesicht und keinen Bart. Während der Tat trug er weiße Schuhe, eine schwarze Hose, eine kurze, hellblaue Jacke und eine dunkle Strickmütze. Er sprach russisch mit Akzent.

Fall Nummer 4:

Gestern gegen 12:30 Uhr erhielt eine 51-Jährige aus Bemerode einen Anruf auf Russisch, in dem ihr ein Unbekannter sagte, dass ihr Sohn einen Verkehrsunfall verursacht hätte und sie jetzt für die Krankenhauskosten aufkommen müsse. Gleich käme jemand zu ihr, um das Geld abzuholen. Als der angekündigte Mann bereits in ihrer Wohnung war, erreichte die Frau telefonisch ihren Sohn, woraufhin der Mann wortlos und ohne Beute die Wohnung verließ. Er war mit einer sogenannten "Russenmütze" und einer kurzen, grauen Jacke bekleidet. Er ist etwa 25 Jahre alt, schlank und ungefähr 1,80 Meter groß. Am Abend suchte die 51 Jahre alte Frau eine Polizeiwache auf und erstattete Anzeige.

Fall Nummer 5:

Gestern am frühen Nachmittag hatte ein ebenfalls unbekannter Mann versucht, eine 63-Jährige aus Bothfeld zu täuschen. Während eines Telefonats gab er sich als ihr Sohn aus und berichtete, dass er bei einem Unfall ein Kind getötet hätte und nun Geld bräuchte. Danach wurde das Gespräch von einem "Anwalt" übernommen, der mit der Frau ein Treffen für die Geldübergabe vereinbaren wollte. Nachdem die 63 Jahre alte Frau nach der genauen Anschrift seiner Kanzlei fragte, beendete der Täter das Gespräch. Zu einer Übergabe kam es nicht.

Bei einigen Fällen konnten die Opfer feststellen, dass bei den Anrufen die litauische Vorwahl auf den Telefonen angezeigt wurde. Die Gespräche wurden immer auf Russisch geführt. / tr, ste

Tipp der Polizei:

Seien Sie misstrauisch! Starten Sie bei Anrufen angeblicher Verwandter ("Enkel") in finanzieller Notlage unter deren üblicher - nicht der vom Anrufer angegebenen - Telefonnummer einen Rückruf und informieren Sie im Zweifelfall die Polizei.

Rückfragen bitte an:

Polizeidirektion Hannover
Tanja Rißland
Telefon: +49 511 109-1043
E-Mail: Tanja.Riszland@polizei.niedersachsen.de
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