Polizeidirektion Hannover

POL-H: Facebook-Präsenz wird erstmals auch im Fußballeinsatz genutzt Direkte Kommunikation und Information Zweiter Account unter dem Namen "Polizei Hannover ,aktuell'"

Hannover (ots) - Die Polizeidirektion Hannover wird ihre Präsenz im sozialen Netzwerk Facebook erstmals auch zur Bewältigung eines Fußballeinsatzes nutzen - dies am Donnerstag zum Europapokalspiel zwischen Hannover 96 und dem FC Brügge aus Belgien. Dafür hat die Behörde einen zweiten, ganz neuen Account mit dem Namen "Polizei Hannover aktuell" aufgelegt. "Wir wollen auf diese Weise auf die Fans des FC Brügge und auf die Anhänger von Hannover 96 zugehen - überhaupt auf alle Besucher des Europapokalspiels", erklärt dazu Stefan Wittke, Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei der Polizeidirektion Hannover, der am Donnerstag den Facebook-Auftritt betreuen wird. Falls erforderlich, werden Informationen auch zweisprachig gepostet, um direkt die Besucher aus Belgien zu erreichen. Der Einsatzleiter, Polizeidirektor Guido von Cyrson, begründet die besondere Maßnahme mit der polizeilichen Lageeinschätzung: "Wir erwarten an diesem Abend insgesamt rund 700 Risiko-Fans in der Stadt. Auf dem Facebook-Account wollen wir die Besucher des Spiels aktuell und transparent über die polizeiliche Lage und über polizeiliche Maßnahmen informieren. Wir wünschen uns, dass unsere offene Kommunikation auf Facebook Gewalt und Konflikten vorbeugen wird und einen Beitrag zum friedlichen und konfliktfreien Ablauf des Abends in Hannover leistet." Die verantwortliche Polizeiinspektion West wird am Donnerstag mehrere Hundertschaften einsetzen. "Wir wollen die Situation mit besonnenem, falls erforderlich aber auch mit sehr konsequentem Handeln meistern", erklärt von Cyrson. Deutsche und belgische Fußballfans gelten als potentiell verfeindet, Auseinandersetzungen im Umfeld der Begegnung seien nicht auszuschließen. Die Polizei erwartet, dass sich belgische Fans schon ab mittags in der Stadt aufhalten werden - und möglicherweise auf gewaltsuchende Fans aus Hannover treffen. "Wir werden im Stadtgebiet mit starken Kräften Präsenz zeigen", kündigt der Einsatzleiter an. Dies bedeute keinesfalls, dass man sich als Passant am Donnerstag nicht sicher in der Stadt aufhalten könne. Auch alle friedlichen Fußballfans könnten sich ungehindert in der Stadt bewegen. "An alle gewaltbereiten Ultras und Hooligans aus beiden Lagern geht aber ein klares Signal: Wer randaliert, wird eingesperrt." Um Konflikte zu verhindern, wird die Polizei darauf achten, dass größere Ultra-Gruppen nicht aufeinander treffen. Von Cyrson erinnert mit Blick auf Donnerstag auch an die Ereignisse rund um das Spiel gegen Lüttich im vergangenen Herbst: "Viele Hannoveraner haben sich anlässlich des Auswärtsspiels massiv über die Einschränkungen beklagt, die ihnen seitens der Stadt Lüttich auferlegt worden waren. Dabei wird aber leicht vergessen, wie es überhaupt dazu gekommen ist." Ausschlaggebend seien Überbergriffe von so genannten 96-Ultras im Hinspiel in Hannover gewesen. Belgische Polizeibeamte hätten "hautnah miterlebt, wie nach dem Spiel 300 zum Teil vermummte 96-Anhänger versucht haben, die belgischen Busse südlich des Stadions anzugreifen". 96-Ultras hätten Gäste-Fans provoziert und zum Teil mit Flaschen beworfen. "Diese Ereignisse haben die belgischen Beamten zu Hause berichtet und diese Schilderungen haben die Stadt Lüttich veranlasst, für das Rückspiel vorsorglich die strengen Beschränkungen zu verfügen." Der hannoversche Einsatzleiter betont, dass auch jetzt zum Brügge-Spiel wieder belgische Polizei hier sein wird. "Auch diese Beamten werden ihre Berichte schreiben. Noch hat die Stadt Brügge erklärt, alle hannoverschen Fans ohne Einschränkung willkommen zu heißen. Sollte es am Donnerstag in Hannover abermals zu Zwischenfällen kommen, wird die Stadt Brügge vielleicht ihre Haltung überdenken", meint von Cyrson. Es sei durchaus denkbar und rechtlich möglich, dass auch die Stadt Brügge Einschränkungen verfüge. "Und dann werden unter Umständen wieder viele tausend friedlicher Fußball Fans wegen des Verhaltens einiger Unverbesserlicher 'in Sippenhaft' genommen." Der Einsatzleiter appelliert an alle Besucher des Donnerstag-Spiels, sich friedlich zu verhalten. Unbeteiligte sollten Auseinandersetzungen unbedingt aus dem Weg gehen - und nicht als "Gaffer" der Polizei noch zusätzlich die Arbeit erschweren. Mit speziell ausgebildeten Konfliktmanagern, die von szenekundigen Beamten aus Brügge begleitet werden, will die Polizeidirektion Hannover gezielt auf die Fans zugehen, um ein "positives Miteinander" zu schaffen. Mit dem Facebook-Account will die Polizei den Fans einen weiteren Schritt entgegen kommen. "Wir setzen auf Offenheit und Kommunikation", betont Wittke. Auf dem Account "Polizei Hannover aktuell" könne je nach Situation über polizeiliche Maßnahmen berichtet werden. Es sei auch denkbar, Maßnahmen anzukündigen. Ein aktueller Verkehrshinweis sei ebenso möglich wie die Mitteilung zu einer Festnahme. Es solle Verständnis für polizeiliche Maßnahmen geweckt werden, Ziel könne aber auch sein, Falschinformationen aus Fan-Kreisen, die ebenfalls in sozialen Netzwerken kommunizieren, "etwas entgegen zu setzen". Der neue Account ist ein Ableger der Seite "Polizei Hannover", die seit 1. März 2011 online ist und inzwischen 99.000 "Fans" hat. Der neue Account "Polizei Hannover aktuell" soll immer nur zeitweise und aus besonderem Anlass genutzt werden. Anschließend wird er nach vorheriger Ankündigung deaktiviert - und erst wieder eingesetzt, wenn er erneut benötigt wird. Der nächste Anlass muss nicht unbedingt ein Fußballspiel sein, denkbar sei z.B. auch eine Großdemonstration. Durch den "Ableger" möchte die Polizei erreichen, dass die speziellen Informationen, die sich nur auf einen bestimmten Anlass beziehen, nur an wirklich interessierte Nutzer gehen. Facebook-Nutzer können die neue Seite direkt ansteuern und mit "Gefällt mir" zum "Fan" der Seite werden. Damit erhalten sie alle aktuellen Mitteilungen als Posting auf ihre Rechner oder Smartphones. Wer nicht auf Facebook aktiv ist (oder nicht sein möchte), kann die Informationen trotzdem mit einem Besuch auf der Seite abrufen. Eine Mitgliedschaft bei Facebook ist dazu nicht erforderlich. Mit den ersten aktuellen Postings auf der Pinnwand von "Polizei Hannover aktuell" ist ab Donnerstagmittag zu rechnen. Die Seite ist aber bereits online, Interessierte können sich ab sofort als "Fan" anmelden. Nach Kenntnis der Polizeidirektion Hannover ist es das erste Mal, dass in Deutschland die direkte Kommunikation im sogenannten Web 2.0 während eines großen Fußballeinsatzes genutzt wird.

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