Polizeidirektion Hannover

POL-H: Hochzeitstag endet mit Platzverweis Vahrenwald

    Hannover (ots) - Noch am Tag der Hochzeit sind ein 50-jähriger Mann und seine 34 Jahre alte Braut derart heftig in Streit geraten, dass ein Polizeieinsatz erforderlich wurde. Die Polizeibeamten sprachen gegen den Bräutigam, der handgreiflich geworden war, einen Platzverweis für die gemeinsame Wohnung aus. Der 50-Jährige zeigte sich mit der Maßnahme ausdrücklich einverstanden, denn er habe ohnehin nicht vor, seine Frau noch einmal wiederzusehen.

    Das aus Polen stammende Paar hatte am Mittwoch vor dem hannoverschen Standesamt geheiratet. Es schloss sich eine Feier im allerengsten Kreis an, die Eheleute blieben in der gemeinsamen Wohnung im Stadtteil Vahrenwald unter sich, nur die siebenjährige Tochter der Frau war zugegen. Die Eheleute tranken gemeinsam Alkohol, es kam dann zu einem Streit mit heftigen Beschimpfungen. Unter anderem bezeichnete der 50-Jährige seine Braut als Prostituierte, dies zeige sich auch daran, dass die Frau so lange Haare trage. Die beiden beschlossen eine sofortige Annulierung der gerade erst geschlossenen Ehe. Der Streit eskalierte weiter, der Mann zog die 34-jährige an den Haaren hinter sich her und versuchte, die Haare mit einem Küchenmesser abzuschneiden. Das Mädchen musste die stundenlange Auseinandersetzung, und auch den Vorfall mit dem Messer, mit ansehen. Die Siebenjährige flehte den Stiefvater mehrmals vergeblich an, von der Mutter abzulassen. Das Opfer riss das Fenster auf und rief um Hilfe, vergeblich. Schließlich, gegen 21:25 Uhr am Abend, verständigte die Frau über Notruf die Polizei. Den alarmierten Beamten wurde auch auf mehrfaches Klingeln nicht geöffnet, wegen des Lärms und der Hilferufe aus der Wohnung beschlossen sie, die Tür einzutreten. Die Frau wurde dann weinend und in einem sehr verstörten Zustand, wenn auch unverletzt, angetroffen. Den Mann nahmen die Beamten vorläufig in Gewahrsam und leiteten ein Verfahren wegen Körperverletzung ein. Zusätzlich wurde ein Platzverweis für die Wohnung ausgesprochen. Gegen diese Maßnahme hatte der 50-Jährige nichts einzuwenden, er erklärte, sich sowieso umgehend von seiner Frau wieder trennen zu wollen. Später am Abend ermöglichten Polizeibeamte noch zwei Telefonate zwischen den Brautleuten - auch diese endeten wieder in gegenseitigen, heftigen Beschimpfungen. Der 50-Jährige durfte dann noch Kleidung und Hygieneartikel aus der Wohnung holen, den Rest der Nacht verbrachte er in einer Unterkunft für Wohnungslose.

    Dieser geschilderte Vorfall ist wegen der Eskalation am Hochzeitstag zwar ungewöhnlich, steht aber ansonsten exemplarisch für das zunehmende Phänomen der häuslichen Gewalt. 2007 registrierte die Polizeidireektion Hannover noch 2376 angezeigte Rohheitsdelikte im häuslichen Bereich, 2008 waren es schon 2575 derartige Taten. sw, st

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