Kreispolizeibehörde Viersen

POL-VIE: Festnahme eines Bewaffneten durch Spezialeinheiten

Schwalmtal-Waldniel (ots) - Ein 37-jähriger Waldnieler ist am Donnerstag, gegen 19:30 Uhr, vom Kräften einer Spezialeinheit in seiner Wohnung auf der Oderstraße überwältigt worden. Bei der Festnahme wurde der offenbar verwirrte Mann leicht verletzt und befindet sich derzeit nach ambulanter ärztlicher Behandlung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Derzeit wird über die Einweisung des Mannes nach dem PsychKG entschieden.

Um 17:50 Uhr informierte eine Passantin die Polizei, dass ein bewaffneter Mann durch die Wohnsiedlung gehen würde. Der Mann trug nach Angaben der Zeugin in einem Holster eine Schusswaffe bei sich. Als die Streifenwagen sich noch auf der Anfahrt befanden, teilten weitere Zeugen mit, dass es sich bei dem offensichtlich verwirrten Mann um einen Anwohner handeln würde, der sich in seine Wohnung zurückgezogen habe. Die zuerst eintreffenden Beamtinnen und Beamten der Polizeiwache Viersen sicherten die Wohnung des Mannes und die weiteren Bewohner in dem Mehrfamilienhaus. Der polizeibekannte Mann zeigte sich mehrfach am offenen Fenster und war auch zu dieser Zeit noch mit der Pistole im Holster bewaffnet. Aufgrund der Gesamtumstände und der augenscheinlich möglicherweise scharfen Waffe forderte die Polizei Viersen Spezialkräfte an. Diese konnten den 37-jährigen Mann um 19:30 Uhr in seiner Wohnung überwältigen. Die Einsatzkräfte stellten am Körper des Mannes eine Softairwaffe sicher, die einer echten Pistole täuschend ähnlich sieht und daher als sogenannte Anscheinwaffe klassifiziert ist. Zeugen hatten zudem am Einsatzort eine Sporttasche abgegeben, die sie auf einem nahegelegenen Spielplatz gefunden hatten. Die Zeugen gaben an, dass die Tasche von dem 37-jährigen dort stehen gelassen worden war. In der Tasche befand sich unter anderem eine weitere Softairwaffe, die einem Sturmgewehr täuschend ähnlich sieht.

Mit Änderung des Waffengesetzes zum 01.04.2008 zählen die Softairwaffen zu den sogenannten Anscheinswaffen. Anscheinswaffen sind Schusswaffen, die ihrer äußeren Form nach im Gesamterscheinungsbild den Anschein von Feuerwaffen hervorrufen und bei denen zum Antrieb der Geschosse keine heißen Gase verwendet werden (sogenannte Softairwaffen bis 0,5 Joule). Diese Anscheinswaffen dürfen nicht in der Öffentlichkeit geführt werden. Ein Verstoß gegen dieses Verbot stellt eine Ordnungswidrigkeit nach dem Waffengesetz dar. Da der Mann nach bislang vorliegenden polizeilichen Erkenntnissen niemanden mit der mitgeführten Anscheinwaffe bedroht hat, geht die Polizei derzeit davon aus, dass dem 37-jährigen keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit nach dem Waffengesetz vorzuwerfen ist.

Die Polizei bedankt sich für die Hinweise aus der Bevölkerung und macht noch einmal auf die Gefahren aufmerksam, die das Mitführen von Anscheinwaffen mit sich bringt. Diese Anscheinswaffen sind nicht sofort als "Spielzeugwaffen" zu erkennen. Die Polizei muss daher bei Einsätzen zunächst einmal von der Möglichkeit ausgehen, dass es sich bei der Bewaffnung um scharfe Schusswaffen handelt, und zum Schutze der Bevölkerung und aus Eigensicherungsgründen entsprechend reagieren. Daher appelliert die Polizei noch einmal dringend, die Folgen des Tragens einer derartigen Anscheinwaffe in der Öffentlichkeit zu bedenken./ah (328)

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