Kreispolizeibehörde Kleve

POL-KLE: Zweiter Nachtrag zur gemeinsamen Pressemeldung der Staatsanwaltschaft Kleve und der Kreispolizeibehörde Kleve vom 19.11.2014, 12.15 Uhr
Tötungsdelikt Emmerich

Emmerich/Kleve (ots) - Tötungsdelikt in Emmerich, Nierenberger Str. 129, am 19.11.2014

Am Mittwoch, den 19.11.2014, um 06:37 Uhr, alarmierten Hausnachbarn im Hause Nierenberger Str. 129 den Notruf. Die Hausbewohner hatten einen lautstarken Streit, Scheibenklirren und laute Geräusche aus der Wohnung in der ersten Etage gehört. Eine 45jährige Frau klopfte blutüberströmt an die Tür der Nachbarn.

Die Rettungskräfte fanden die schwer verletzte Frau vor, die zunächst in eine Klinik in den Niederlanden, letztlich in eine Fachklinik in Deutschland gebracht wurde. Sie wies eine Kopfverletzung sowie Verletzungen im Hals- Schulterbereich auf. Sie ist zurzeit ohne Bewusstsein. Vor ihrem Transport ins Krankenhaus, hatte sie jedoch noch Angaben zur Tat machen können. Die Wohnung, in der sich die Tat ereignete, wird von der 45-jährigen, ihrer 26jährigen Tochter, deren Ehemann und den ein und vier Jahre alten Kindern bewohnt. Die 26jährige wurde im Schlafzimmer, in dem sich auch die beiden Kinder aufhielten, tot aufgefunden. Sie wies zahlreiche Messerstiche auf.

Die Ermittlungen wurden durch die Mordkommission Krefeld mit Beamten des Landrates Kleve übernommen. Die Untersuchungen ergaben, dass der Ehemann die Wohnung schon vor 06:00 Uhr verlassen hatte, um zur Arbeit zu fahren. In der Wohnung der zweiten Etage über der Tatortwohnung ist eine Familie mit 6 Kindern wohnhaft. Die Frau hatte nach 06:00 Uhr bemerkt, dass ihr 32jähriger Ehemann aus für sie unerklärlichen Gründen über den Balkon nach unten geklettert war. Dort hatte er die Balkonglastüre eingeschlagen und war in die Wohnung der Opfer gelangt. Im Bereich vor der Wohnungstüre war er auf die 45jährige Frau gestoßen. Er schlug ihr mit einer Wodkaflasche auf den Kopf. Aus einem Messerblock in der Küche nahm er ein größeres Küchenmesser und verletzte damit die Frau im Halsbereich schwer. Er begab sich in das Schlafzimmer, in welchem sich auch die Kinder befanden und stach auf die vor ihm stehende 26jährige Frau ein. Sie wurde durch Messerstiche und Schnitte im Gesicht-, Hals- und Oberkörperbereich getötet. Das Messer wurde in einer Blutlache in der Wohnung aufgefunden.

Anschließend flüchtete der Tatverdächtige aus dem Haus in Richtung Mühlheimer Straße. Einige Hundert Meter entfernt auf der Mühlheimer Straße 2 in Emmerich, wohnt ein 23jähriger ehemaliger Arbeitskollege des Tatverdächtigen. Er brach dessen Wohnung auf und fand den Bekannten bäuchlings auf dem Bett liegend schlafend vor. Er schlug ihm mit einem Bierkrug auf den Hinterkopf und, als dieser sich umdrehte, ins Gesicht. Dabei wurden dem Opfer mehrere Zähne ausgeschlagen. Das Opfer wehrte sich nun vehement, dabei wurden ihm bei der Abwehr zwei Finger gebrochen. Auf Grund der starken Gegenwehr ließ der Täter von ihm ab, schlug mit dem Bierkrug noch auf den Fernseher ein und verließ die Wohnung. Das Opfer wird im Krankenhaus stationär behandelt.

Durch die Polizei wurden umfangreiche Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Im Bereich Hüthum, wenige Kilometer vom Tatort entfernt, wurde im freien Feld durch Bauern ein Mann gesehen, bei dem es sich auf Grund der Beschreibung mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Täter handelte. Am Nachmittag des 19.11.14 wurde mit einer Hundertschaft ein Wald- und Feldgelände durchsucht. Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera wurde eingesetzt, der Gesuchte aber nicht gefunden. In den Abendstunden wurde er ein weiteres Mal im Bereich Hüthum gesehen. Es erfolgten weitere intensive Durchsuchungen mit Spürhunden, die aber durch die Dunkelheit erschwert wurden. Der Bereich wurde bis zum Morgen des 20.11.14 durch Polizeikräfte verstärkt überwacht.

Für den 20.11.2014 waren bereits Vorbereitungen für eine Öffentlichkeitsfahndung und weitere umfangreiche Suchmaßnahmen getroffen. Um 08:20 Uhr wurde der Tatverdächtige jedoch nach dem Hinweis einer Anwohnerin auf der B8 festgestellt und festgenommen. Nach eigenen Angaben hatte er die Nacht im Freien verbracht. In seiner Vernehmung durch Beamte der Mordkommission räumt er die Taten ein. Innere Stimmen sollen ihm befohlen haben, die Frauen zu töten. Ärztliche Feststellungen zu psychischen Erkrankungen liegen bisher nicht vor.

Bereits am 19.11.2014 war durch die Staatsanwalt Kleve ein Haftbefehl wegen Totschlages und versuchten Totschlages erwirkt worden.

Sowohl der Ehemann des Opfers wie auch die Ehefrau des Tatverdächtigen werden durch den Opferschutz der Polizei Kleve betreut. Mehrere Mitarbeiter des Jugendamtes Emmerich kümmern sich um die Betreuung der Familien und deren Kinder.

Der Tatverdächtige wird am 21.11.2014 dem Haftrichter in Kleve vorgeführt.

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