Bundespolizeidirektion München

Bundespolizeidirektion München: Erprobung mobiler Körperkameras: Erste Erfahrungen der Münchner Bundespolizei Überwiegend positive Resonanz!

Viel Zustimmung erfuhr das "Brustsystem", bei dem die BodyCam an der Schutzweste angebracht wird. Beim "Schultersystem" sehen die Beamtinnen und Beamten der Münchner Bundespolizei noch Verbesserungspotential. Positiv stimmte das Brustsystem bewertet. Das Schultersystem, wohingegen

München (ots) - Seit 19. Februar erprobt die Münchner Bundespolizei am Hauptbahnhof der bayerischen Landeshauptstadt mobile Körperkameras (siehe hierzu Pressemitteilung Nr. 47/2016 vom 18. Februar). Erste Auswertungsergebnisse nach fast einem halben Jahr zeigen, dass die mit der Technik betreuten Beamten, das neue Einsatzmittel "BodyCam" überwiegend positiv bewerten.

In der Erprobung, die noch ein weiteres halbes Jahr andauern soll, liegt ein Schwerpunkt auf der Akzeptanz von Bundespolizeibeamtinnen und -beamten sowie der Öffentlichkeit. Weitere darin, ob sich gewaltbereite Personen abschrecken lassen und ob Einsatzkräfte geschützt werden?

Erprobt werden zwei unterschiedliche Kamerasysteme (Brust- und Schulterkamera). Positiv stimmte die Münchner Bundespolizeibeamtinnen und -beamten das Brustmodell, bei dem die Kamera an der Brust angebracht wird. Es lässt sich mit einem Handgriff an der Schutzweste anbringen und offenbarte in der Handhabung keinerlei negative Beeinflussung auf andere Einsatzmittel. Das Schultersystem bewährte sich eher nicht. Hier besteht noch Verbesserungsbedarf bezüglich der Handhabung und Eigensicherung.

Beim polizeilichen Gegenüber konnten vier unterschiedliche Verhaltensmuster ausgemacht werden:

   1) Einem Teil fällt der Einsatz der BodyCam nicht wirklich auf. 
      Dies lässt sich zum Teil durch die unterschiedlichen Farben der
      an den Beamtinnen und Beamten angebrachten Aufschriften 
      "Videoüberwachung" erklären. Die gelben Hinweisschilder sind 
      gegenüber den weißen deutlich besser wahrnehmbar. 
   2) Bei Standardmaßnahmen, die aufgrund sehr aggressiven Verhaltens
      des Gegenübers erschwert werden, erkennt man teilweise die 
      abschreckende Wirkung ab der mündlichen Ankündigung eines 
      möglichen Kameraeinsatzes. Hierauf reagierte das polizeiliche 
      Gegenüber bisher weitestgehend kooperativ. 
   3) Bei einzelnen, sehr gewaltbereiten Störern zeigt die Kamera 
      nicht immer eine Wirkung - selbst wenn die Lage vom 
      polizeilichen Gegenüber noch eingeschätzt werden kann. Das 
      Aggressionspotential überlagert die abschreckende Wirkung: der 
      BodyCam-Einsatz ist dem polizeilichen Gegenüber "egal". 
   4) Bei stark alkoholisierten Personen, welche den überwiegend 
      größten Teil der Einsatzanlässe ausmachen, bei denen die 
      Körperkameras am Münchner Hauptbahnhof zum Einsatz kommen, 
      spielen überwiegend verbale Beleidigungen oder Bedrohungen eine
      Rolle. Da in der Erprobungsphase der Ton aber nicht 
      aufge-zeichnet wird, fehlt auch eine spätere Beweisführung in 
      Ermittlungsverfahren. Hier sprachen sich die Münchner 
      Bundespolizisten eindeutig für eine Änderung und für künftige 
      Tonaufzeichnungen aus. 

Besonders erwähnenswert erscheint noch die Erfahrung der Beamtinnen und Beamten, dass die Zeit zwischen dem polizeilichen Eingreifen und dem Aktivieren des Kamerasystems oft sehr knapp ist. Die meisten Gefahrensituationen entwickeln sich dynamisch. Da bleibt keine Zeit, an das Einschalten der Kamera zu denken oder irgendeinen Knopf zusätzlich zu drücken.

Wenn Bürger und Reisende das Tragen der mobilen Körperkameras bemerkten, waren sie oftmals am allgemeinen Einsatz und den Möglichkeiten interessiert. Die Funktionsweise (was, wann und wie aufgezeichnet wird) stand dabei nicht im Vordergrund.

In der Medienberichterstattung, ebenso im Beschwerdemanagement der Münchner Bundespolizei, wurde im ersten halben Jahr kein Fall bekannt, in dem die BodyCam-Erprobung zu negativer Berichterstattung geführt hätte bzw. Anlass zu Beschwerden gab.

Im Berichtszeitraum wurden die Körperkameras 125mal getragen. Dabei kam es zu 21 Aufnahmen. 17 davon wurden wieder gelöscht. Bei vier Situationen wurden die bewegten Bilder gesichert und für strafrechtliche Ermittlungen verwandt.

Im Ergebnis der "Münchner Erprobung" bleibt festzuhalten:

Der Einsatz der BodyCam wird sowohl von den Beamtinnen und Beamten aber auch von der Öffentlichkeit akzeptiert.

Die Ausstattung von Streifenbeamten mit mobilen Körperkameras wird, insbesondere aus Eigensicherungsgründen, positiv betrachtet.

BodyCams sind ein sinnvolles und zweckmäßiges Einsatzmittel.

Rückfragen bitte an:

Wolfgang Hauner
Bundespolizeiinspektion München
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Telefon: 089 515 550 215
E-Mail: bpoli.muenchen.oea@polizei.bund.de

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