Bundespolizeidirektion München

Bundespolizeidirektion München: Lebensgefährliche Mutprobe im Gleis

Bundespolizei Symbolbild: S-Bahn Nürnberg

Schwabach (ots) - Für drei Buben sollte es eine Mutprobe sein, unmittelbar vor dem Zug die Gleise zu überqueren. Die Bundespolizei stuft die Handlung der zwölf- bis 15-Jährigen als lebensgefährlich ein.

Die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn meldete am Donnerstagabend (4. Juni) gegen 21.45 Uhr der Bundespolizei in Nürnberg, dass sich im Ortsbereich von Schwabach drei Kinder auf den Schienen befinden sollen. Die Bahnstrecken von Roth und Treuchtlingen nach Nürnberg wurden sofort in beide Richtungen für weitere Zugfahrten gesperrt. Vor Ort stellte sich heraus, dass die Buben großes Glück hatten. Der Lokführer einer S-Bahn bremste seinen 140 Stundenkilometern fahrenden Zug wegen eines Halt zeigenden Signals bereits ab, als er die Personen im Gleis sah. Die S-Bahn kam dadurch rechtzeitig zum Stehen. Anschließend stieg der 23-Jährige aus und schnappte sich einen der Verursacher. Der 15-Jährige gab an, dass er mit zwei Freunden wegen einer Mutprobe zu den Gleisen gelaufen sei. Das Abenteuer sollte darin bestehen, unmittelbar vor dem Zug die Gleise zu überqueren.

Die Polizeibeamten wiesen den Schwabacher eindringlich auf die Gefahren hin, denen er sich ausgesetzt hatte. Seine beiden Freunde wurden zuhause aufgesucht, entsprechend sensibilisiert und ebenfalls auf die Gefahren im Bahnbereich hingewiesen.

Durch die Aktion der drei Jungen wurde der Zugverkehr zwischen Roth/Treuchtlingen und Nürnberg erheblich beeinträchtigt, mehrere Züge erhielten Verspätungen. Die Bundespolizei hat gegen den 15-Jährigen ein Bußgeldverfahren wegen Vornahme einer betriebsstörenden Handlung eingeleitet.

In diesem Zusammenhang warnt die Bundespolizei eindringlich davor, Bahngleise zu betreten. Züge können Hindernissen nicht ausweichen. Ein Zug mit 100 Stundenkilometern hat einen Bremsweg von etwa 1000 Metern. Windrichtungen beeinflussen die eigene Wahrnehmung eines heranfahrenden Zuges zudem erheblich. Die Bundespolizei bittet darum, dass Eltern ihre Kinder auf die Gefahren an Bahnanlagen und mögliche Folgen eines Fehlverhaltens hinweisen.

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