Bundespolizeidirektion München

Bundespolizeidirektion München: "Wer's findet, darf's behalten" Bundespolizei warnt vor amerikanischem Motto: "Finders, keepers"

Gelegenheit macht Diebe - aber "Finden und behalten" nach dem US-Motto "Finders Keepers" gibt es in Deutschland nicht.

München (ots) - Ein an einem Verkaufstresen liegen gebliebenes Mobiltelefon der Marke iPhone 4S konnten Ermittler der Bundespolizei seinem Besitzer nach einer Hausdurchsuchung nunmehr zurückgeben.

Bereits am 19. Juli 2013 war einem heute 26-jährigen iranisch stämmigen Deutschen, der im Münchner Stadtteil Haidhausen wohnt, ein Mobiltelefon abhanden gekommen. Der Mann war gegen 21:00 Uhr in einem Tabakgeschäft am Ostbahnhof und hatte sein Mobiltelefon nach einem Einkauf auf dem Tresen liegen gelassen. Als er das Fehlen bemerkte und zurückging, war das Handy bereits weg. Als er die Nummer seines Mobiltelefons anwählte, war es bereits ausgeschaltet.

Bei der Videoauswertung einer Überwachungskamera aus dem Geschäft erkannten Beamte der Bundespolizei eine markante männliche Person, die das Handy vom Tresen nahm. Aufgrund einer polizeiinternen Fahndung mit den Lichtbildern des vermeintlichen Diebes meldete sich ein Polizeibeamter. Er erkannte auf dem Fahndungsflyer mit großer Wahrscheinlichkeit einen Mann, den er von früher her zu kennen glaubte.

Recherchen ergaben anschließend, dass es sich bei dem Mann um einen heute 41-Jährigen US-Amerikaner handelt. Nachdem die Identität zweifelsfrei geklärt war, kam es am heutigen Dienstagmorgen (25. März), auf Beschluss des Amtsgerichts München, bei dem US-Amerikaner zu einer Hausdurchsuchung in Obermenzing. Er war sofort geständig und übergab das gesuchte Handy. Dabei berief sich der Mann, der seit rund 15 Jahren bereits in Deutschland lebt, auf das US-Motto "Finders Keepers". "Finden und behalten", erklärte der Mann den Ermittlern der Bundespolizei sein Verhalten. "In Amerika sei es so", führte er aus, "wenn man etwas liegen gelassen hat und ein anderer es gefunden hat, dann gibt es keine Strafe wenn der es mitnimmt". Weiter gab er an, nicht gewusst zu haben, dass sein Handeln den Tatbestand eines Diebstahls erfüllen würde und er das rund 650 Euro teure Mobiltelefon zur Fundstelle hätte bringen müssen. "Ich habe nicht gedacht, dass ich was Falsches mache. Ich habe das Handy gefunden. Toll, ich war glücklich", so der US-Amerikaner bei seiner Vernehmung. Ergänzend erklärte er: "Wenn man sich etwas wünscht, und dann liegt es vor dir, dann dachte ich, mir wurde ein Wunsch erfüllt".

Der Mann hatte das Handy nach eigener Auskunft zu-nächst mehrere Monate unbenutzt im Schrank liegen lassen. Erst im Dezember, nachdem sein "Black Berry" defekt geworden war, will er seine SIM-Karte eingesetzt und das iPhone benutzt haben.

Während der "Traum" des US-Amerikaners von der Erfüllung eines Wunsches nun ausgeträumt ist, hat sich der Wunsch des 26-jährigen iPhone-Eigentümers, dass sein Mobiltelefon wieder gefunden wird, noch spät erfüllt.

Die Bundespolizei warnt in diesem Zusammenhang, Fundsachen zu behalten. "Finders Keepers" gibt es in Deutschland nicht.

   - Wer eine Sache findet, die mehr als zehn Euro Wert ist, ist laut
     § 965 BGB verpflichtet, sie abzugeben.
   - Wer das nicht tut, macht sich der Unterschlagung strafbar (§ 246
     StGB). Ihm droht eine Geldstrafe, im schlimmsten Fall sogar 
     Gefängnis.
   - Haben Sie etwas gefunden, müssen Sie das sofort abgeben. Es sei 
     denn, es ist spätabends und Sie kommen erst am nächsten Morgen 
     zu einem Fundbüro oder zur Polizei. 

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Wolfgang Hauner
Bundespolizeiinspektion München
Arnulfstraße 1 a - 80335 München
Telefon: 089 515 550 215
E-Mail: bpoli.muenchen.oea@polizei.bund.de

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