Bundespolizeidirektion München

Bundespolizeidirektion München: Ahnungsloser Ungar in Untersuchungshaft - Neun Afghanen mit Kleintransporter eingeschleust

Die Bundespolizei hat auf der A 8 einen Ungarn festgenommen. Er wird beschuldigt mehrere Afghanen eingeschleust zu haben.

Piding / Bad Reichenhall (ots) - Ein Ungar gab sich nach seiner Festnahme auf der A 8 am Donnerstag (23. Januar) völlig ahnungslos. Er hätte nicht gedacht, dass er sich mit der Beförderung von neun fremden Personen nach Deutschland strafbar machen könnte. Inzwischen befindet sich der 43-Jährigen in Haft. Die Bundespolizei ermittelt gegen ihn wegen Einschleusens von Ausländern.

Nahe der Anschlussstelle Piding stoppten Bundespolizisten einen voll besetzten Kleintransporter. Am Steuer saß ein ungarischer Staatsangehöriger. Im Gegensatz zu ihm hatten seine Begleiter keine Papiere dabei. Eigenen Angaben zufolge handelte es sich um zwei Erwachsene, 37 und 27 Jahre, vier Jugendliche zwischen 17 und 15 Jahren sowie drei Kinder, neun, sieben und drei Jahre alt. Alle neun stammen aus Afghanistan. Die Erwachsenen sowie die Jugendlichen erklärten, dass sie sich verschiedenen Schleusern anvertraut hätten, um bis nach Deutschland zu gelangen. Insgesamt hätten sie oder Verwandte für die Etappen über Bulgarien, Serbien und Ungarn zwischen 3.000 und 6.000 Dollar pro Person zahlen müssen.

Der Ungar gab bei der Bundespolizei an, dass er seine Fahrdienste im Internet angeboten hätte. Auf sein Online-Inserat hin habe sich bei ihm telefonisch ein Unbekannter mit arabischem Akzent gemeldet, der um die Beförderung von acht Personen von Budapest nach München gebeten hätte. Dass dann tatsächlich neun Mitfahrer im Wagen waren, bemerkte er angeblich erst während der Fahrt. Eine Verständigung mit ihnen sei nicht möglich gewesen. Es wäre ihm nicht in den Sinn gekommen, dass er mit der Fahrt nach Deutschland eine strafbare Handlung begehen könnte.

Wie die Bundespolizei inzwischen herausfand, mietete der ungarische Berufskraftfahrer den Transporter für die Tour in die Bundesrepublik extra an. Als Entlohnung für die Fahrt hatte er von dem unbekannten Vermittler offenbar rund 600 Euro bekommen. Auf richterliche Anordnung hin wurde der Festgenommene in der Justizvollzugsanstalt Bad Reichenhall in Untersuchungshaft genommen. Seine erwachsenen Fahrgäste konnten mit ihren Kindern der Aufnahmestelle für Flüchtlinge in München zugeleitet werden. Die 15- bis 17-Jährigen, die mit den anderen Personen nicht verwandt waren, wurden der Obhut des Jugendamtes anvertraut. Die Ermittlungen der Bundespolizei richten sich sowohl gegen den mutmaßlichen Schleuser als auch gegen mögliche Hintermänner, die für die Organisation der kostspieligen Schleusung verantwortlich sind.

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Rainer Scharf
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